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Von Rundfunkküchen und Sandwich-Männern: 100 Jahre Möbel Hübner – eine Ausstellung im 12. Stock

Das erste Möbelgeschäft von Karl Hübner, 1908
Das erste Möbelgeschäft von Karl Hübner, 1908

„Von hier oben können Sie ganz gut sehen, wie das Wetter wird“, sagt Albert Türklitz, „schauen Sie, von da kommt der Wind, von da kommen die Wolken, also wird es in etwa einer Stunde regnen.“
Von der zwölften Etage des Möbel-Hübner-Hochhauses ist die Aussicht über Berlin wirklich beeindruckend, sie reicht bis an die Ränder der Stadt.

Es gibt in diesem Jahr aber auch noch einen weiteren Grund, dort hoch zu fahren, denn Möbel Hübner präsentiert anlässlich seines Jubiläums in einer Sonderausstellung von Fotos, alten handgeschriebenen Rechnungen und anderen Dokumenten – Stationen seiner 100jährigen Geschichte. Die Geschichte von Möbel Hübner hat das ganze Quartier geprägt.

Als Karl Hübner 1908 in der damaligen Steglitzer Straße, der heutigen Pohlstraße, in einem kleinen Laden mit nur einem Schaufenster sein erstes Möbelgeschäft eröffnete, war die Genthiner Straße noch eine reine Wohnstraße.

Genthiner Straße, 1933
Genthiner Straße, 1933

Doch ein Möbelgeschäft braucht Platz, viel Platz. Im Idealfall soll ein Kunde die Möbel so sehen, wie sie einen Raum einrichten und von einem Raum umgeben sind. Und so mietete Karl Hübner nicht nur immer weitere Ladenräume dazu, sondern auch frei werdende Wohnungen in der ganzen Umgebung, die er als Ausstellungsräume nutzte. Die Verkäufer mussten dann mit den Kunden vom Laden aus in eine oder mehrere der Wohnungen gehen, um ihnen zu zeigen, was für sie in Frage kommen könnte.
Da lag die Idee, alle Ausstellungsräume in einem großen Möbelhaus zu vereinen, schon nahe.

Karl Hübner hatte offenbar ein feines Gespür dafür, wie er seine Möbel anbieten und wie er den Namen seines Geschäftes ins Gespräch bringen konnte.
Kaum war in Berlin der Funkturm 1926 eingeweiht, setzte er auch schon auf Rundfunkwerbung.
Kleine Werbeszenen wurden von Kabarettisten in einer Küche aufgenommen und gesendet, die Küche war dann ganz schnell als die Rundfunkküche Stadtgespräch, auch sie ist übrigens in diesem Jahr ausgestellt, und zwar im Eingangsbereicht des Küchenhauses.

Vom kleinen Laden zum Hochhaus

Möbelwagen der Firma Türklitz, Ende der 20er Jahre
Möbelwagen der Firma Türklitz, Ende der 20er Jahre

Zum ganz großen Erfolg braucht es auch ein bisschen Glück. Ähnlich erfolgreich wie Karl Hübner in Berlin hatte Emil Türklitz in Brandenburg an der Havel eine kleine Tischlerei zu einem erfolgreichen Möbelgeschäft aufgebaut. Nun hatte Karl Hübner eine Tochter Gertrud und Emil Türklitz einen Sohn Arno. Naja – und wie das Leben eben so spielt, lernten sich die beiden in Berlin kennen und heirateten 1935.

Karl Hübner ist nicht aus dem Krieg zurück gekehrt. Die Wohnhäuser in der Genthiner Straße, in der heutigen Pohlstraße und am Magdeburger Platz waren weitgehend zerstört. Jetzt war es die Aufgabe von Arno Türklitz, Möbel Hübner wieder aufzubauen.

Platz für ein Möbelkaufhaus war da, also konnte er es großflächig anlegen, zunächst 1950 am Magdeburger Platz, dann 1958 an der Genthiner Straße, und 1964 kam dann noch das zwölfstöckige Hochhaus dazu. Konkurrenz, sagt man, belebt das Geschäft, oder: Wo ein Möbelhaus ist, kommen weitere dazu. Es kamen nach und nach weitere dazu, und so wurde aus der ehemaligen gut bürgerlichen Wohngegend ein Möbelstandort.


Berlin-Blockade, Mauerbau, Maueröffnung – alle historischen Ereignisse sind, wie könnte es anders sein, auch Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Möbel Hübner, sie erzählen von Behinderungen, Gefährdungen, und sie erzählen von neuen Chancen. Es kommt einem die Redewendung von den besonderen Umständen in den Sinn, die besondere Maßnahmen erfordern.

Möbel Hübner ist immer ein Familienunternehmen geblieben. Mit Beginn dieses Jahres hat Albert Türklitz die Geschäftsleitung von seinem Vater Achim, der das Unternehmen in der Nachfolge von Arno von 1993 bis 2007 führte, übernommen.

Vermutlich noch vor dem Ersten Weltkrieg müssen durch Berlin so genannte Sandwich-Männer gelaufen sein. Die trugen eine Petroleumlampe und auf ihren Tafeln stand: „Ich leuchte den Weg zu Möbel Hübner“. In der zwölften Etage stehen drei von ihnen, nachempfunden, versteht sich. Eine Stunde später, wieder auf der Straße, überfällt uns ein heftiger Regenguss – genau wie Albert Türklitz es hat kommen sehen.

text: BuM (QB 37); fotos: N.N.