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    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

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Aktuell: Vom Traum zum Albtraum

Kommentar von Josef Lückerath zum „Kurfürstenzentrum“

Nachdem Bürger mit Erfolg den Bau der Autobahn (Westtangente) verhindert haben, sollte ein Teil der geplanten Trasse zu einem Park (Parkplatz Möbel Hübner und angrenzende Parzellen) für den Kiez entwickelt werden. Das hatte das Land Berlin als Eigentümerin einst in Aussicht gestellt. An den Bürgern vorbei hat der Senat „sehr demokratisch“ anders entschieden. Alle diese vorher geleistete Protestarbeit soll nun darin münden, daß das so genannte Kurfürstencenter gebaut werden soll.

Statt eines schönen kleinen Quartiersparks soll das kalte städtebauliche Grausen sich dort etablieren, ein Bau – schön wie ein Schuhkarton, groß wie eine Katastrophe. Zwei riesige Supermärkte sollen dort als so genanntes „Nahversorgungszentrum“ entstehen und darüber drei Parketagen mit über 300 Stellplätzen.
Ursprünglich war noch bei der ersten Vorstellung vor vier Jahren eine Etage für „Ärztepraxen“ geplant, jedoch nachdem, was sich jetzt anbahnt, waren diese wohl eher als Räume für Arztspiele gemeint.

Da die Zahl der derzeit vorhandenen Parkplätze höher ist als der Bedarf, fragt man sich zu Recht, wozu eine so große Zahl nicht benötigter Parkplätze? Ein „Nahversorgungszentrum“ benötigt, wie der Name schon verrät, kein Übermaß an Parkplätzen. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass diese Parkplätze dazu dienen werden, verlorengegangene „Stoßplätze“ zu ersetzen, will heißen, diese Parkplätze dürften für die Verrichtung von sexuellen Dienstleistungen gedacht sein und würden sicherlich ein ordentliches Geld bringen, mehr als eine Vermietung von normalen Geschäfts- und Büroräumen und erst recht von dringend benötigten Wohnungen.

Des Weiteren  muß man sich auch fragen, ob sich zwei riesige Supermärkte tatsächlich dort etablieren werden, denn die Verantwortlichen dieser Supermärkte sind Leute, die auch rechnen können und etwas von Marktanalysen verstehen. Ob sich diese Märkte nach eingehender Wirtschaftlichkeitsprüfung tatsächlich rentieren, ist sehr in Zweifel zu ziehen.

Was aber dann? Ich vermute, dass man dann dort versuchen wird, ein Bordell in diesen Räumen zu etablieren, was sicherlich mehr Geld einbringt als unwirtschaftliche Supermärkte. Das Laufhaus wird nicht kommen – hier hat der Bezirk Schöneberg-Tempelhof mit seinem damaligen Baustadtrat (CDU) viel Mut bewiesen. Ob wir solche Leute auch bei uns im Bezirk finden, ist sehr fraglich, wenn man bedenkt, wie in Sachen Flottwellstraße verfahren wurde. Es fehlt hier offensichtlich an Bürgersinn und sozialer Verantwortung.

Man ist tatsächlich willens, in der Kurfürstenstraße einen nicht nur herzlosen, aber umso brutaleren Bau (wenn auch am Ende für viel „Liebe“) hinzuknallen. Für das Architektenbüro scheint Städtebau ein Fremdwort und zudem noch ein unbekanntes zu sein. Mit einigen bunten Blechplatten an der Fassade will man wohl Modernität vorgaukeln, tatsächlich aber geht es ums Geschäftemachen, nicht aber um die tatsächlichen Belange der Bürger. Bezirk und Senat stehen nicht immer auf Seiten der Bürger, sonst würden uns nicht solche einseitigen Monströsitäten zugemutet.
Auch ohne bunte Platten kann es uns zu bunt werden!

text: Josef Lückerath