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    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

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Bildung: „Alles Allegro“ - Lesen, musizieren und mehr an der heiteren Grundschule im Kiez

Bei einem Termin mit Schulleiterin Bianka Flemig kann man sich ganz schön verzetteln. Kein Wunder, gibt es doch so vieles, was sie über ihre Schule zu berichten weiß. Vor allem vom Musik- und Leseprofil. Aber zunächst die Fakten: Die Allegroschule, bei deren Namen italophile Mitmenschen gleich an „fröhlich, lustig und heiter“ denken und Musiker an „schnell“, ist eine musik- und lesebetonte Ganztags-Grundschule. Sie entstand aus der Fusion zweier Schulen in Tiergarten Süd, der Grips- und der Fritzlar-Homberg-Grundschule.

Momentan lernen hier in dem Areal an der Lützowstraße rund 320 Kinder. “Zur Einschulung erwarte ich rund 60 neue Kinder,“ so die Schulleiterin, „wobei es in den Ferientagen kurz vorher erfahrungsgemäß immer noch zu Bewegungen kommt.“

Ist für die Zweitklässler zunächst der Flötenunterricht obligatorisch, suchen sich die Mädchen und Jungs dann selbst ein Instrument aus. Ab der dritten Klasse lernen 90 Prozent von ihnen - ohne Zusatzkosten - das Musizieren. Die Hitliste der beliebtesten Instrumente führt die Gitarre an, dicht gefolgt von Geige, Querflöte, Cello und Saxophon. Klavierunterricht gibt es noch nicht, und alle Schlagzeuger müssen zuerst ein anderes Instrument lernen: „Sonst hätten wir hier hunderte Schlagzeuger,“ lacht Bianka Flemig. Besondere Höhepunkte für die jungen Musiker sind natürlich die Auftritte mit dem Schulorchester.

Wie wichtig ihr und ihrem Kollegium Literatur und Lesen sind, merkt man nicht nur daran, dass die Schüler an der Allegro-Grundschule eine zusätzliche Lesestunde pro Woche haben. Es gibt auch ein Mal im Monat ein „offenes Vorlesen“, jährlich den Vorlesewettbewerb der 6. Klassen, die „Aktion Nikolaustag“, zu der Väter und Mütter vorlesen, Projekte wie „Erzählzeiten“, bei denen eine Märchenerzählerin in die Schule kommt sowie Aktionen am Welttag des Buches. Höhepunkt aller Aktivitäten rund um‘s Lesen ist die „Leseprojektwoche“, die in diesem Jahr vom 10. bis 14. September stattfindet. An diesen Tagen dreht sich alles um das Werk eines Autors oder einer Autorin des zu dieser Zeit in Berlin stattfindenden internationalen Literaturfestivals. Das Buch wird nicht nur (vor)gelesen, es wird auch malerisch, grafisch, fotografisch und spielerisch umgesetzt. Eine Klasse spielt im JugendKulturzentrum „Pumpe“ Theater und führt es am Ende vor.

Besonderheiten hat die Schule auch neben den beiden Parallel-Profilen Musik und Lesen aufzuweisen: Richtig stolz ist die Allegro-Grundschule nicht nur auf ihr denkmalgeschütztes Gebäude, das zwischen 1877 und 1880 erbaut wurde, sondern auch auf ihr parkähnliches Gelände, auf dem auch ein Schulgarten zu finden ist.

Der Unterricht der Jahrgangsstufen 1 bis 3 findet in jahrgangsübergreifenden „Klassen der Schuleingangsphase“ (S-Klassen) statt. Das bedeutet, Erst- bis Drittklässler sind hier zusammen.

Ab Klasse 3 kann man als erste Fremdsprache zwischen Englisch- und Französischunterricht wählen.  Das Lehr- und Erzieherpersonal um Schulleiterin Bianka Flemig wird unterstützt von einem Ambulanzlehrer und Sozialarbeitern. Den Freizeitbereich bestreitet zum Teil der Träger Technische Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft GmbH (tjfbg). Hier werden mit den AGs von Fußball und Kung-Fu über „Die Welt des Films“ und Naturwissenschaften bis hin zum Tanzen bewusst Beschäftigungen jenseits von Lesen und Musik angeboten.

Die Kinder, die hier zur Schule gehen, kommen nicht nur in den Genuss einer großen Mensa, sondern auch von frisch gekochtem Mittagessen. Der Träger „Drei Köche“ betreibt im Mensagebäude seine Küche, aus der heraus auch andere Schulen beliefert werden. Und auch um diejenigen, die mal kein Frühstücksbrot dabei haben oder lieber mit Freunden frühstücken, wird sich gekümmert. Im Rahmen des Projektes „brotZeit“ von Schauspielerin Uschi Glas bekommen die Jungen und Mädchen in der Allegro-Grundschule seit einem Jahr „Brot“ in Form eines Frühstücksbuffets, was der Handelskonzern Lidl stiftet. „Zeit“ erhalten sie in Form einer Frühstückspause von 7.30 bis 8 Uhr, in der man sich an dem Buffet trifft und mit den ehrenamtlichen Senioren, die dieses Buffet betreuen, ins Gespräch kommen kann. In der Schule gibt es eine Mediothek mit rund 3.000 Büchern, die auch von Ehrenamtlichen betreut wird, sowie aktive Lesepaten, die durch den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) an die Schule vermittelt werden.

Die Fusion der beiden Schulen zur Allegro-Grundschule war natürlich nicht leicht. „Aus zwei mach eins“- ein spezielles künstlerisches Projekt zur Schulhausgestaltung soll bei der Identifikation mit dem neuen Schulkomplex helfen. Dazu werden unter der Regie der ehemaligen Lehrerkollegin Margerita Serbser großformatige Fotografien im ganzen Schulhaus angebracht. „Darauf wird sich jedes Kind wieder finden, und auch unsere beiden Profile werden erkennbar sein“, so Bianka Flemig. Wer sich als Mutter oder Vater einen Eindruck von der potentiellen Schule des eigenen Nachwuchses holen möchte, der kann sich anmelden, um mal im Unterricht zu hospitieren und zu sehen, wie hier gelernt wird. Dieses Angebot, die Schule im Normalbetrieb kennen zu lernen, hat sich – im Gegensatz zu vielen „Tagen der offenen Tür“ - sehr gut bewährt, so Bianka Flemig.  

Öffentliche Termine in der Allegro-Grundschule:

Auftritt des Schulorchesters in der Philharmonie am 22. Mai 2012, 18 Uhr
Sommerfest am 7. Juni 2012, 15 – 17 Uhr

Kontakt:
Allegro-Grundschule Mitte, Lützowstraße 83 - 85, 10785 Berlin, Tel. 257572710
www.allegro-grundschule.de

Zur Person: Schulleiterin Bianka Flemig

Bianka Flemig stammt aus dem Harz, hat Kunst und Deutsch auf Lehramt in Greifswald studiert und an verschiedenen Berliner Grundschulen gearbeitet. Als Konrektorin und später Rektorin leitete sie die Grips-Grundschule und übernahm bei der Fusion ihrer Schule mit der Fritzlar-Homberg-Grundschule die Schulleitung der neuen Allegro-Grundschule. Sie lebt im Bezirk Mitte und ist, wenn es ihre knappe Freizeit erlaubt, künstlerisch aktiv. Bianka Flemig liebt es zu malen, zu fotografieren und natürlich zu lesen.

text: Gerald Backhaus; fotos: Gerald Backhaus, Bianka Flemig