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  • Das Quartiersmanagement-Team verabschiedet sich

    Nach fast 17 Jahren läuft das Quartiersmanagement-Verfahren im Gebiet um den Magdeburger Platz aus. Zeit für das QM-Team, um sich zu verabschieden. Und wie geht's weiter ab 2017? Hier finden Sie auch den Kontakt für die nachfolgende Stadtteilkoordination. [mehr]
  • Vorschläge für Bezirksverdienstmedaille gesucht!

    Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte zeichnen auch für das Jahr 2016 wieder Personen mit einer Bezirksverdienstmedaille aus, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement und/oder mit ihren persönlichen Leistungen in herausragender Weise um Mitte verdient gemacht haben. Vorschläge für die Bezirksverdienstmedaille können bis zum 31.12.2016 eingereicht werden. Hier finden Sie die Details dazu. [mehr]
  • 1. Ausschreibung des Jugend-Demokratiefonds Berlin 2017

    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

Aktuelle Veranstaltungen

Bürgergeschichten um die Potsdamer Straße: Zeitzeugen gesucht!

 

Die Neue Akademie Berlin (NAB e.V.) bereitet in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement Magdeburger Platz und dem Heimatmuseum Tiergarten die Präsentation von "Bürgergeschichten in Tiergarten Süd" vor, die Geschichte der Potsdamer Straße und ihrer Umgebung. Zu diesem Thema wird es eine zentrale Ausstellung geben, Führungen sollen veranstaltet werden, so genannte Geschichtshaltestellen sollen das Bewusstsein für die Geschichte im Stadtbild schärfen und zu allem wird ein Quartiersatlas vorbereitet.
 

Am 24. April 1945 standen an der Ecke Potsdamer Straße/Schöneberger Ufer vor dem Laden der Tabakgroßhandlung Loeser & Wolf 15 Menschen in der Schlange. Vermutlich um Tabakwaren zu kaufen, die im Krieg streng rationiert waren. Der Kampf um Berlin war noch nicht ausgestanden, der zweite Weltkrieg sollte noch 14 Tage weiter toben. An jenem Tage wurden die 15 Raucher bei einem russischen Tieffliegerangriff getötet. Ein Tag später begrub sie der Zugführer der damaligen Luftschutzpolizei Bonek auf dem Schulgarten in der Wilsnacker Straße in Moabit. Das war der Anfang eines Friedhofs.
 

Jede Straße ist auch ein Originalschauplatz. Wenn man genau hinschaut, sieht man es ihr auch an. Patina ist eine Ablagerung von Geschichten. Geschichten werden Schichten und die jüngeren verbergen die älteren. Manchmal muss man ein bisschen abkratzen von der Patina, um mal dahinter zu schauen. Und dann sieht man: hier war es, hier hat es sich ereignet.
Die Geschichten müssen nicht wie die oben erwähnte Auswirkungen der Politik sein. "Die Potsdamer Straße war immer der Kreuzungspunkt aller Sozialen Milieus", sagt Wolfgang Watzlaf, Vorsitzender des NAB e.V., "das Leben hier war nie nur bürgerlich oder nur proletarisch. Es gab immer eine Mischung aus Kultur und Prostitution." Es geht um Geschichten aus allen Schichten des Lebens. Verlage, Zeitungen und Kunsthandel haben ebenso das Flair der Potsdamer Straße bestimmt, wie Fachgeschäfte sowohl für den gehobenen als auch für den durchschnittlichen Einkauf.
 

Gesicht werden Zeitzeugen. Wer immer etwas vom Leben der Potsdamer Straße zu erzählen hat, ist aufgerufen zu erzählen, egal ob aus dem Krieg, der Nachkriegszeit oder der Gegenwart. Wer immer Fotos von früher hat oder andere Dokumente, die etwas über das aussagen, was sich hier abgelagert hat, möge sich melden und sie zeigen. Der Aufruf gilt ohne Einschränkungen. Und zwar bei dem Projektleiter und Vereinsvorsitzenden Wolfgang Watzlaf,
Tel. 25 79 39 33 oder 0177 - 341 52 33).
 



Das Heimatmuseum Tiergarten ist besonders daran interessiert, Menschen zu finden, die einen oder mehrere derer gekannt haben, die wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor dem Loeser & Wolf-Haus ums Leben kamen. Wer dazu irgendwelche Angaben machen kann, melde sich bitte im Heimatmuseum Tiergarten unter der Telefonnummer 200 93 35 30. Wir veröffentlichen eine Liste mit den Namen, dem Geburtsjahr und der damaligen Adresse.
 
 

1.         Else Welzig, geb. Böhlert. Geb. 1910.
Potsdamer Straße 100.
 
2.            Margarethe Blankenstein. Geb. 1898.
Schweinfurthstraße 43 (Dahlem).
 
3.         Walter Wachsen. Geb. 1898.
Lützowstraße 87.
 
4.         Otto Pedersen. Geb. 1887.
Groß-Admiral-von-Köster-Ufer 67 a,
heute Schöneberger Ufer.
 
5.         Richard Nicklas. Geb. 1880.
Lynarstraße 12.
 
6.             Massimo Lagorio. Geb. 1917.
Jastrowstraße 31 (Lager für italienische Zwangsarbeiter der Lorenz A.G.)
 
7.         August Karell. Geb. 1895.
Dankelmannstraße 43.
 
8.         Karl Kislat. Geb. 1864.
Dennewitzstraße 33.
 
9.             Hermann Kloke. Geb. 1871.
Stendaler Straße 20.
 
10.       Gustav Thiel. Geb. 1883.
Lützowstraße 93.
 
11.       Paul Grubert. Geb. 1901.
Großbeerenstraße 76.
 
12.       Paul Schulz. Geb. 1877.
Hauptstraße 6 (Schöneberg).
 
13.       Hans-Ulrich Liliencamp. Geb. 1918.
Alvenslebenstraße 3.
 
14.       Carl-Klietmann. Geb. 1882.
Groß Admiral-von-Köster-Ufer 63, heute
Schöneberger Ufer.
 
15. Bruno Krause. Geb. 1891.
Potsdamer Straße 73.
 

text: BuM (Quartiersblatt 14)