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  • Das Quartiersmanagement-Team verabschiedet sich

    Nach fast 17 Jahren läuft das Quartiersmanagement-Verfahren im Gebiet um den Magdeburger Platz aus. Zeit für das QM-Team, um sich zu verabschieden. Und wie geht's weiter ab 2017? Hier finden Sie auch den Kontakt für die nachfolgende Stadtteilkoordination. [mehr]
  • Vorschläge für Bezirksverdienstmedaille gesucht!

    Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte zeichnen auch für das Jahr 2016 wieder Personen mit einer Bezirksverdienstmedaille aus, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement und/oder mit ihren persönlichen Leistungen in herausragender Weise um Mitte verdient gemacht haben. Vorschläge für die Bezirksverdienstmedaille können bis zum 31.12.2016 eingereicht werden. Hier finden Sie die Details dazu. [mehr]
  • 1. Ausschreibung des Jugend-Demokratiefonds Berlin 2017

    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

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Das Französische Gymnasium in der Derfflingerstraße


Seit 1974 ist die Derfflingerstraße 7 die Adresse des Französischen Gymnasiums in Berlin. Seine Geschichte allerdings reicht viel weiter in die Vergangenheit zurück. Es war mal wieder der Große Kurfürst Friedrich III., der 1685 mit seiner Einladung an die protestantischen Flüchtlinge aus Frankreich (die Hugenotten) so viele Entwicklungen in Berlin in Bewegung gesetzt hat: 1689 gründete er das Hugenottencollège.
 
In seiner also über 300jährigen Geschichte ist es dem Französischen Gymnasium gelungen, zu jeder Zeit und unabhängig von der politischen Situation auf dem Französischen als Unterrichtssprache zu bestehen. Ein erstes eigenes Gebäude konnte das Französische Gymnasium in der Gründerzeit nach dem deutsch-französischen Krieg 1870 am Reichstagsufer beziehen. Das wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
 
Schon im Mai 1945 wurde der Unterricht zunächst in Behelfsräumen wieder aufgenommen. Die Militärregierung der Französischen Besatzungsmacht unterstützte die Schule ab 1947 – da lag es nahe, dass sich das Französische Gymnasium im französisch besetzten Sektor im Norden von Berlin eine neue Bleibe suchte – so kam es nach Wedding an den Kurt-Schumacher-Damm. Die Anzahl der Schüler wuchs zu jener Zeit auf über 400 an, heute lernen im Französischen Gymnasium in der Derfflingerstraße 870 Schüler.



"Es ist gescheit, das zu machen"
Interview mit Herrn Frank,
Direktor des Französischen Gymnasiums


– Ist das Französische Gymnasium eine Eliteschule?

Nein, das Französische Gymnasium ist keine Eliteschule. Allerdings gibt es schon ein Aufnahmeverfahren, über das sichergestellt werden soll, dass Schüler auch für die Besonderheiten unserer Schule geeignet sind.
Die Schullaufbahn bei uns ist in mancher Hinsicht ungewöhnlich, und das müssen die Kinder wollen, das müssen auch die Eltern wollen, und das müssen die Eltern auch begleiten. Beispielsweise ist ab der 7. Klasse Latein bei uns Pflichtsprache mit drei Wochenstunden. Wir beginnen in der 5. Klasse mit Französisch mit zehn Wochenstunden, in der sechsten kommt Englisch hinzu mit drei Wochenstunden und in der 8. dann sogar noch – dies aber nur für Liebhaber – Altgriechisch. Und ebenfalls ab der 8. Klasse ist Französisch Unterrichtssprache in allen Fächern.
Das gesamte Menü der anderen Fächer ist normal begabten Kindern zugänglich, und die Aufnahmebedingungen sind bei uns nicht anders, als bei anderen Gymnasien auch.

– Das Quartiersmanagement möchte den Stadtteil Tiergarten Süd stärker als Bildungsstandort profilieren.
Das Französische Gymnasium spielt in dieser Strategie eine wichtige Rolle.

Unser Einzugsgebiet ist ganz Berlin und geht sogar über die Grenzen Berlins hinaus. Wir sind mit unserem Angebot auch eine französische Auslandsschule. Wir haben aber auch Kinder aus der näheren Umgebung, aus der Fritzlar-Homberg-Grundschule und der Grips-Grundschule, die mit Englisch begonnen haben.
Wir haben auf einer Informationsveranstaltung in der Grips-Grundschule gemerkt, dass die Eltern sehr interessiert waren und sehr genau nachgefragt haben, welche Möglichkeiten wir ihren Kindern bieten. Und es ist wichtig zu wissen, dass das Französische Gymnasium keine Sackgasse ist, dass man, wenn man aus welchen Gründen auch immer die Schule wechseln will, an allen möglichen Schultypen weiter machen kann.

– Nun will das QM in Zusammenarbeit mit dem Initiale e.V. besonders das frühzeitige Lernen der französischen Sprache fördern.

Das freut uns natürlich. Denn wir verstehen uns schon auch als schulpolitischer Akteur und wollen daran mitwirken, dass das Französische einen angemessenen Stellenwert hat in Berlin. Das QM ist das mit viel Engagement und auf sympathische Weise angegangen.

– Schon in den Kindertagesstätten sollen auch zweisprachige Betreuungen angeboten werden.

Es ist gescheit, das zu machen, weil man die Aufnahmebereitschaft der Kinder nutzen kann, ohne sie zu belasten. Die Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass man Kindern, ohne ihnen zuviel zuzumuten, zu einer Zweisprachigkeit verhelfen kann, besonders dann, wenn man parallel mit der Alphabetisierung beginnt.
Man sollte auch keine Scheu haben, den Kindern etwas zuzumuten, auch nicht im Schriftlichen. Die Kinder können und wollen mehr. Und sie gewinnen in jeder Hinsicht, sie gewinnen auch in ihrer Muttersprache. Abgesehen davon wissen wir, dass Französisch auch auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist, weil Englisch heute fast alle können. Da ist jemand mit Französisch schon ein interessanter Bewerber.

text: BuM (QB Bildung Sept. 2006)