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Februar 2006: Fußgängerweg von der Pohl- zur Kurfürstenstraße -die Zeit drängt
Schon seit Jahren soll ein Weg von der Kurfürsten- zur Pohlstraße gebaut werden – noch immer stockt das Verfahren, demnächst werden die für den Weg reservierten Mittel verfallen.
Seit gut zwanzig Jahren ist er in Planung: Ein offizieller Fußgängerweg von der Pohlstraße über das heute vom Getränkehandel "Ambrosius" genutzte Grundstück bis zur Kurfürstenstraße. Derzeit laufen Ortskundige im Zickzack über den Möbel-Hübner-Parkplatz nebenan, weil eine Ziegel-Mauer den schon vorhandenen Pflasterweg von der Pohlstraße aus abrupt beendet.
Und diese tote Ecke hat ihre Tücken:
Sie ist ein beliebter Platz für Drogenabhängige, die sich dort einen Schuss setzen und ihre gebrauchten Spritzen direkt neben der benachbarten Kita-Freifläche liegenlassen. Dass im Herbst 2005 just an dieser Stelle ein toter Drogenabhängiger gefunden worden war, hat den immer wieder geäußerten Ruf der Anwohner nach mehr Sicherheit zusätzlich untermauert.
Auch die Planer und Interessierten aus der Arbeitsgruppe Forum Kurfürstenstraße plädieren geschlossen für die Durchwegung.
Und last but not least steht das kurze Wegstück ja auch schon seit 1985 in den Bebauungsplänen des Bezirks: Denn genau diese knapp 50 Meter fehlen, um eine durchgängige Fußgängerverbindung von der Kurfürstenstraße bis hinauf ins Grün des Tiergartens zu schaffen.
Woran also hapert es, wenn Anwohner und Polizei, Stadtplaner und Gewerbetreibende und auch der Bezirk doch an einem Strick ziehen?
Die Antwort ist ebenso einfach wie unbefriedigend: Wie so oft in Berlin stagnieren Verhandlungen des Liegenschaftsfonds´ mit einem potenziellen Käufer unter anderem des Ambrosius-Grundstücks. Und solange dieser Käufer noch nicht feststeht, gibt es für das Quartiersmanagement (das den Weg bauen würde) keinen Verhandlungspartner, mit dem die genauen Planungen und die Umsetzung der Baumaßnahme abgesprochen werden können.
Diese erzwungene Warteposition hat aber einen zusätzlichen bösen Haken. Seit Jahren sind 100.000 Euro aus QM-Mitteln für die Durchwegung eingeplant. Solche Mittel-Planungen können nicht unbegrenzt aufrecht erhalten werden, kurz: Wenn nicht bis Herbst 2006 die Bagger anrücken (und natürlich schon sämtliche Vorplanungen gelaufen sind), verfällt das Geld. Nicht nur, dass es nicht mehr für den Weg zur Verfügung steht: Es muss schlicht zurückgegeben werden und ist weg.
Die Zeit drängt also. Doch immerhin tut sich etwas im Hintergrund: Das Quartiersmanagement steht in Kontakt mit dem potenziellen Käufer des Grundstücks, um Planungen abzusprechen. Danbeben werden gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt Lösungsstrategien gesucht, wie der Weg trotz des aktuellen Zeitdrucks noch Wirklichkeit werden kann.
text: wolk






