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Weihnachten in anderen Ländern
Heiligabend ist in England der Tag, an dem man noch einkauft oder reist, damit man am 25. am richtigen Ort ist. Dann fahren nämlich keine öffentlichen Verkehrsmittel. „Es ist so, als würde das Land schlafen,“ sagt Paul Skidmore, der in Berlin lebt. Für die Geschenke, die in der Nacht zum 25. kommen, „muss man eigentlich einen Schornstein und Kamin haben, damit der Weihnachtsmann dadurch kommen kann. Man hängt große Wollsocken oder Kopfkissenbezüge auf, damit er sie mit Geschenken auffüllt. Im Gegenzug gibt es für ihn ein Glas Sherry und für die Rentiere eine Karotte.“ Das Haupt-Rentier heißt Rudolf, so wie in dem Lied „Rudolf the red-nosed reindeer“. Am 25. veranstalten die meisten Familien ein großes Truthahnessen. Um 15 Uhr wird die Ansprache der Königin im Radio und Fernsehen übertragen. „Und am 'Boxing Day', dem 26., gibt es ein Riesensportprogramm, vor allem Fussball, Derbyspiele wie Liverpool vs. Everton, und auch Pferderennen.“
In Frankreich trifft man sich am Heiligabend oder am 25. „Der 26. ist kein Feiertag außer im Elsaß“, so Austauschlehrer Alban Chazeau, . „Bei uns wird zu Weihnachten und Silvester viel gegessen. Frankreich bleibt Frankreich, da wird keine Diät gemacht.“ Es ist die Gelegenheit, teure Sachen zu kaufen, die man sonst nicht oft isst, wie Gänseleber und Austern. „In meiner Familie in der Auvergne werden traditionell Weinbergschnecken gegessen.“ Der Nikolaus spielt keine große Rolle außer im Elsaß, Lothringen und Nordfrankreich. „Als Kind in der Auvergne hatte ich kaum von ihm gehört.“ Zu Silvester wird auch richtig lecker gegessen, „aber die Tradition des Feuerwerks ist nicht so verbreitet wie in Deutschland.“
„Chinesen in Deutschland feiern Weihnachten eher gar nicht, es sei denn sie sind hier verheiratet oder werden von Freunden eingeladen“, meint Sinologe Gerrit Book. In China ist Weihnachten beliebt, weil es ein Fest ist, dass von niemandem vereinnahmt ist: weder von der Religion, die allermeisten Chinesen sind ja keine Christen, noch vom Staat und der Familie. „Dadurch können gerade junge Leute ungehemmt feiern, schenken, Freunde treffen und zu mehr oder weniger skurrilen Weihnachtspartys gehen. Fast überall werden die Einkaufszentren und Geschäfte mit Kunstschnee, Plasikbäumen und Weihnachtsmänner geschmückt. Was es mit Weihnachten auf sich hat, wissen aber nur die wenigsten.“
In Italien ist es Tradition, ein großes Abendessen am 24. (eher in Süditalien) oder ein großes Mittagessen am 25. (eher im Norden) zu machen. Zuhause baut man Weihnachtsbaum und Krippe auf. Die Geschenke werden vom Weihnachtsmann oder Christkindl gebracht. „Im Dezember haben wir keinen Nikolaus,“ so der in Berlin lebende Marco Scacchi, „sondern am 6. Januar die Befana.“ Das ist eine Hexe, die den Kindern Süßigkeiten oder Holzkohle in den Strumpf legt. Silvester trifft man sich zu „il cenone“, einem großen Abendessen und zündet danach Feuerwerk. Es ist Tradition, an diesem Abend Linsen zu essen und etwas Rotes anzuziehen, da das Glück bringen soll.










