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Fußballplatz oder Parkplatz - Schuldbürgerstreich in der Pohlstraße?


Tagesspiegel und Morgenpost, Berliner Zeitung und Berliner Kurier haben darüber berichtet, sogar die Abendschau war da: Muss der Fußballplatz an der Pohlstraße gegenüber den U-Bahnbögen tatsächlich einem Parkplatz weichen? Immerhin 33000 Euro hat das Quartiersmanagement in den letzten vier Jahren investiert, damit die Kinder und Jugendlichen des Kiezes einen Platz haben, auf dem sie sich in ihrer Freizeit sportlich austoben können. Es haben sich Straßenmannschaften gebildet, hier werden Turniere gegen andere Straßenmannschaften ausgetragen. Die Kinder haben selbst die Pflege des Platzes übernommen. Der Platz ist ein wesentlicher Ort der Jugendsozialarbeit. Und nun soll alles aus sein? Tatsächlich ist Gefahr im Verzuge, aber es wäre zu früh, die Hoffnung schon aufzugeben, denn noch ist nichts endgültig entschieden.

Die Fläche, um die es geht, ist dem Liegenschaftsfonds übertragen worden. Der Fußballplatz, das war von Anfang an klar, konnte nur eine Zwischennutzung sein. Neben dem Fußballplatz steht eine Halle, die nach jahrelangem Leerstand vermietet werden konnte. Der neue Mieter möchte dort einen Discountladen eröffnen, musste aber nun feststellen, dass es zu dieser Halle derzeit weder Zufahrtswege noch Parkplätze gibt. Und dafür soll der Fußballplatz verschwinden.

Die Pohlstraße ist eine Anwohnerstraße

Muss es also ausgerechnet der Fußballplatz sein? Könnte es nicht auch die ziemlich große brach liegende Fläche an der Flottwellstraße sein? Es geht, so Quartiersmanager Lutz Sepke, schließlich nicht nur um die Jugendarbeit, es geht auch um das Gesamtkonzept für die Pohlstraße. Erst vor kurzem konnte die Pohlstraße verkehrsberuhigt werden. Dafür wurden so genannte Moabiter Kissen auf die Fahrbahn aufgepflastert. Die Pohlstraße hat seit dem als Schleichweg wesentlich an Attraktivität verloren, sie ist wieder mehr zu dem geworden, was sie schon immer sein sollte, nämlich eine Anwohnerstraße.

Würden aber sowohl der Zulieferverkehr als auch die Kundenströme über die Pohlstraße den Weg zum Discounter finden, wären alle Bemühungen um dieses Konzept mit einem Strich zerstört. Es spricht also mehr als ein gewichtiges Argument gegen eine Nutzung des Geländes als Parkplatz und Zufahrt. Aber was spricht gegen die Brachfläche an der Flottwellstraße? Dieses Grundstück wurde der Bahn als Ausgleich dafür zugesprochen, dass sie auf dem Gleisdreieckgelände auf einen Teil ihres Grund und Bodens zugunsten öffentlicher Grünanlagen verzichtet. Und von der Bahn hat man wohl härteren Widerstand erwartet als von den Fußball spielenden Kindern.

Und dann ist da ja noch der Liegenschaftsfonds, dem vom Land Berlin die Aufgabe übertragen worden ist, die landeseigenen Flächen mit möglichst hohem Gewinn zu vermarkten. Zunächst macht der Liegenschaftsfonds also nur seine Arbeit, wenn er versucht, so viel wie möglich aus den 2500 Quadratmetern Fußballfeld herauszuholen. So wurde dem Stadtteilverein Tiergarten als Träger der Jugendarbeit die Fläche für künftig einem Euro pro Quadratmeter und Monat angeboten. Was sich auf den ersten Blick wenig anhört, sind aber in einem Jahr tatsächliche 30000 Euro, eine Summe, die alle Möglichkeiten der Jugendarbeit übersteigt. Eine Summe aber auch, die von dem Liegenschaftsfonds offenbar als eine zu vernachlässigende Größe angesehen wird. Nun ja, die Jugendarbeit, das ist nicht gerade deren Welt.

Ein Ausweg ist in Sicht

Die Hoffnungen konzentrieren sich nun auf Dorothee Dubrau (B90/Die Grünen), die Stadträtin für Stadtentwicklung des Bezirks Mitte. Sie würde den Platz gerne für die Jugendarbeit erhalten und prüft nun, ob es möglich ist, die Fläche in das Vermögen des Bezirks zurück zu nehmen und so den Liegenschaftsfonds aus seiner Verpflichtung zu befreien, möglichst viel Geld aus dem Grundstück an der Pohlstraße herauszuholen. Dem Bezirk würden jedenfalls keine Kosten entstehen, denn die laufenden Kosten der Pflege des Grundstücks trägt allein der Stadtteilverein Tiergarten.

Nichts spricht dagegen, dass für das Grundstück langfristig andere Pläne entwickelt werden. Auch beim Quartiersmanagement geht niemand von dem Motto "einmal Fußballplatz, immer Fußballplatz" aus. Ein Parkplatz wäre allerdings auch nicht mehr als eine Zwischenlösung, und ganz sicher keine für die Stadtentwicklung wünschenswerte.

text: BuM (QB 21)