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Ein Fußball für zwei Tore

Das Publikum lässt sich vor der Galerie von Kurator und Moderator Holger Marquardt die Versteigerungs-Regeln erklären

„Da hinten seh ich schon das nächste Gebot, die Dame in der roten Bluse, und hier links geht’s  gleich weiter – wer ist der Nächste?“ - Ungewöhnliche Szenen spielten sich am 16. Juli 2010 vor der Galerie Gilla Lörcher an der Pohlstraße 73 ab: Dort fieberten etwa 40 große und kleine Fußballfans nicht vor dem Public-Viewing-Fernseher, sondern sie überboten sich gegenseitig auf der Jagd nach einem echten, handsignierten deutschen WM-Fußball.

Objekt der Begierde: von der Nationalmannschaft signierter Fußball - im Hintergrund einige der Ausstellungsfotos

Den hatte der Fotograf Marcus Brandt organisiert: Er war während der gesamten Fußball-WM als dpa-Fotograf in Südafrika ganz nah dran am Geschehen – bei Bildwerk3 finden Sie einen sehr schönen Vor-Ort-Bericht von ihm darüber, wie zum Beispiel das Foto vom Torschuss fast im Moment des Geschehens bei Ihnen zuhause auf dem Internet-Bildschirm oder dann eben in der nächsten Zeitungsausgabe landet.

Ausschnitt aus dem Ausstellungsprojekt "Heimspielauswärts" in der Galerie Gilla Lörcher

Doch die Bilder landeten auch als ständig wachsende Ausstellung in der Pohlstraße.
Jeden Tag schickte der Fotograf eines an die Galerie, das die Stimmung des Tages einfing, und zur Feier des Ausstellungsprojekts „Heimspielauswärts“ brachte Brandt persönlich den von allen deutschen Nationalspielern handsignierte Ball in die Galerie zur Versteigerung mit.

Während der Versteigerung - jeder Bietende erhielt eine Nummer, parallel wurde aufgeschrieben, was sie oder er zu zahlen hat.

Sehnsuchtsvolle Blicke, rasch gehobene Hände, die jeweils ein neues Gebot mit zehn Euro mehr anzeigten, Jugendstadträtin Petra Schrader als Zeitnehmerin der auf eine Dreiviertelstunde begrenzten Versteigerung und Ausstellungskurator Holger Marquardt am Mikro:
Jeder musste nach amerikanischem Vorbild nur die Differenz zum vorher Bietenden zahlen, und so machten viele rege mit. Zum Schluss der Biete-Zeit wurde es sogar richtig eng, jeder wollte noch (oder sogar nochmal) mitmachen – bis pünktlich nach einer Halbzeit-Länge zwar kein Schlusspfiff, aber die klare Ansage „Schluss, aus!“ das Ende markierte.

Gilla Lörcher, Hüsseyin Toprak, Holger Marquardt und die strahlende Auktionsgewinnerin mit ihrem Fußball (v.l.n.r.)

Nicht nur die Gewinnerin des heiß begehrten Balls strahlte zu Recht. Der gesamte Erlös der Veranstaltung ging an die beiden Streetfußball-Gruppen, die Hüseyin Toprak im Rahmen der Jugendarbeit des Stadtteilvereins Tiergarten an den U-Bahn-Bögen trainiert.
Die Kinder und Jugendlichen haben jetzt bei den Torschüssen wahrscheinlich noch größere Träume, denn es sind über 660 Euro zusammen gekommen – eine stolze Summe, die für zwei neue Übungstore reicht.

An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank an alle Beteiligten, die diese großzügige Spende möglich gemacht haben!!

So sieht wahre Sehnsucht aus...
Gelungene Benefiz-Veranstaltung: Neben der Galeristin, dem Jugendarbeiter und dem Ausstellungskurator der Fotograf und Fußball-Spender Marcus Brandt
text: wolk; fotos: Karsten Masch, Michael Klinnert