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Kiezgeschichte zum Anfassen: Das Maggi-Haus

"Alles Sein beruft auf Paarung/Alles Glück auf Harmonie/Darum fehle in der Nahrung/ Maggis Speisewürze nie." Bevor der Dichter Frank Wedekind mit seinen Liedern, Bänkelgesängen und Theaterstücken den Kaiser gegen sich aufbrachte und dennoch oder gerade deshalb viel Erfolg hatte, dichtete er für Julius Maggi Werbetexte wie den hier zitierten. Das war gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
Etwa zur gleichen Zeit ließ sich das Brühwürfel-Unternehmen auch in Berlin nieder und baute sich in der Lützowstraße 102 – 104 eine Fabrik mit beeindruckender Werksteinfassade und drei Gewerbehöfen mit Seitenflügeln und Quergebäuden. Maggi selbst nutzte ursprünglich nur das Vorderhaus und vermietete die übrigen Flächen an mehrere kleinere Unternehmen.

Auch heute wird der Komplex, der mit vielen skulpturalen Details in der Fassade an die wilhelminische Zeit erinnert, von vielen verschiedenen Gewerbebetrieben genutzt.
Heute gibt die Lützowstraße auf dieser Höhe das Bild einer Industriegegend ab. Das war seinerzeit anders. Da stand das Maggi-Haus in einer Wohnstraße, oder besser gesagt, in einer Straße, in der sich Wohnen und Arbeiten durchmischten.






