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Kunst konzentriert: Internationale Galerien agieren in Tiergarten

Dieser „Hubschraubär“ steht in einem Hinterhof in der Potsdamer Straße. Ziemlich genau da, wo man ihn unter Garantie nicht erwartet. Wo genau? Warum und wieso? Wer mehr darüber wissen will, sollte in die Ausstellung „Im Schöneberger Norden und Tiergarten Süd“ gehen. Die Ausstellung ist dienstags und donnerstags von 10 bis 18 Uhr im Info-Point von lmstreet in der Potsdamer Straße 98, erster Hof links, zu sehen.

Wie sehr das Gebiet rund um die Potsdamer Straße eine von vielen Künstlern bevorzugte Gegend zum Wohnen und Arbeiten ist, wird auf der alljährlichen Magistrale immer wieder offenbar. Dazu haben sich jetzt in den letzten zwei Jahren international agierende Galerien angesiedelt, und schon schreibt das Kunstmagazin „monopol“ darüber, warum sich ein Weg in die Kurfürstenstraße lohnt.

Die Kunst präsentiert sich am liebsten da, wo die Stadt am aufregendsten ist und sich die Menschen im Mittelpunkt der Welt wähnen. Da, wo sich die Kunst präsentiert, fühlen sich die Menschen im Mittelpunkt der Welt, und da ist die Stadt nun mal am aufregendsten.

Anfang der 1990er Jahre zog es die international tätigen Kunsthändler und Galeristen in die Mitte von Berlin, dorthin, wo Häuser, Straßen und ganze Karrees noch so aussahen, als sei der Krieg erst seit wenigen Wochen vorbei. Diese noch ungestylte, gewissermaßen noch originalkaputte Gegend bot den Setzungen der modernen Kunst ideale Auftrittsorte. Die Ansammlungen solcher Bühnen trug schließlich erheblich dazu bei, dass Berlin Mitte zu einem so genannten Szene-Bezirk avancierte.

Vor wenigen Jahren entdeckten die Kunsthändler einen neuen noch leeren Stadtraum, die nördlich vom Hauptbahnhof nach Wedding führende Heidestraße. Dort standen Fabriketagen und vor allem Lagerräume in allen Größen leer, genau das, was sich Ausstellungsmacher zeitgenössischer Kunst wünschen. Räume, die sich als solche nicht aufdrängen, die einfach nur Platz schaffen, sich zurückhalten und den Kunstwerken nicht die Show stehlen.

Die Galerie sommer & kohl in der Kurfürstenstraße 13/14 – dieses Foto ist auch in der Ausstellung „Im Schöneberger Norden und Tiergarten Süd“ zu sehen

Auf der Suche nach solchen idealen Ausstellungsräumen sind in den letzten zwei Jahren neu gegründete Galerien auch in Tiergarten Süd und Schöneberg Nord fündig geworden. Allein in der Kurfürstenstraße findet man auf hundert Metern vier neue Galerien, die auf sehr hohem Niveau ausstellen.

Warum gerade diese Gegend? Patricia Kohl, von der Galerie sommer & kohl (Kurfürstenstraße 13/14) sagt, es sei für die Neugründung einer Galerie von besonderem Vorteil, dass die Gegend noch nicht, wie beispielsweise die Linienstraße/Auguststraße in Mitte, besetzt sei. Tiergarten Süd hat zwar als Standort für Kunst und Kultur durchaus seine Tradition, ist aber in der überregionalen Wahrnehmung noch unbeschrieben. Das ändert sich gerade, „monopol“ hat da den ersten Schritt getan.
Bis zum 20. Dezember sind bei sommer & kohl Skulpturen von Alexandre da Cunha zu sehen, hölzerne Spazierstöcke, Besenstiele und Werkzeuggriffe vor zwei großen Wandbildern aus Liegestuhlstoff, denen man nicht sofort ansieht, dass sie keine Gemälde sind. Ein Großteil des Raumes wird von einem Mobile aus Backblechen, Vorhangstangen und Schlüsselringen eingenommen. Ausgestellt sind die Kunstwerke zwar als Einzelstücke, sie können aber auch als Inszenierung im Raum gesehen werden.

Eine Toreinfahrt weiter, in der Kurfürstenstraße 12, haben sich gleich zwei Galerien angesiedelt, nämlich Sassa Trülzsch und Giti Nourbakhsch. Giti Nourbakhsch war vor zwei Jahren die erste, die neu nach Tiergarten kam, sie sagt, in der Kunstwelt sei ihre neue Adresse sehr wohl angenommen worden, nur die Nachbarschaft habe sie noch nicht recht bemerkt. Doch da, wo erst mal eine hochwertige Galerie zeitgenössische Kunst präsentiert, da kommen auch neue hinzu.

Schräg gegenüber, in einem Eckladen, den man über drei geschmiedete alte Stufen betritt, präsentiert Tanya Leighton Gemälde von David Diao. Das sind mit einer Ausnahme sehr abstrakte Auseinandersetzungen mit Grundrissen, Wohnsituationen und öffentlichen Orten. Das Bild „Berlin Cometery“ beispielsweise zeigt schematisch die Wege des Dorotheenstädtischen Friedhofs, und eingezeichnet sind die Gräber von Schinkel, Haertfield, Marcuse und Brecht. Das einzige nichtabstrakte Bild heißt „Sitting in the Glas House 2“. Dem Titel ist nichts hinzuzufügen.
Tanya Leighton führt noch eine zweite Galerie in Bogota.


Eine weitere neue Galerie in der Potsdamer Straße 105 betreibt Cinzia Friedländer,
am Schöneberger Ufer 61 ist Isabella Bortolozzi vom Alexanderplatz zugezogen. Zusammen mit dem Verein Berliner Künstler, der Galerie Poll am Lützowplatz und der Galerie der Künstler in der Potsdamer Straße 98 und den vielen anderen Malern, Bildhauern und Konzeptkünstlern gehört Tiergarten mittlerweile zu den Szenen in der Stadt, in denen sich Kunst konzentriert.

text: BuM (QB 40); fotos: Ausstellung „Im Schöneberger Norden und Tiergarten Süd