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LOS-Projekt „Berufsoffensive für Mädchen und junge Frauen“

LOS-Projekt "Berufsoffensive"
Nicht ganz komplett, aber dennoch gut vertreten: Die Redaktion der Zeitung "Girls' Future"

Liebe Leserinnen und Leser,

wir möchten Ihnen hier vom seit Januar 2007 laufenden Projekt "Berufsoffensive für Mädchen und junge Frauen" berichten, das in unserem Kiez durchgeführt wird.

Dank dem Stadtteilverein Tiergarten e.V., dem Träger des Projektes und Bereitsteller des schönen U-Bahn-Mädchenbogens in der Pohlstr. 11, und dank der Zustimmung zur Förderung und damit Umsetzung dieses LOS-Projektes, agieren wir emsig an unserem Auftrag.

Wir haben uns vorgenommen, bis zum Ende der Projektlaufzeit, also bis Juni 07, eine Zeitung fertig zu stellen, die dem Thema Berufe gewidmet ist. Dabei soll es nicht um irgendwelche Berufe gehen, sondern um konkrete Interessen, Talente, Berufswünsche und -vorstellungen von Schülerinnen.

Wir sind sehr gespannt auf unser Endprodukt, denn die Zeitung entsteht zwar in Teamarbeit, aber letztlich ist jede Teilnehmerin für eine/ ihre Seite zuständig/ verantwortlich.

Dafür arbeiten wir alle echt hart. Immerhin motivieren wir uns zum Kommen nach der Schule, anderen Verpflichtungen in Familie und Haushalt sowie AG's. Und sicher gibt's ja auch die Möglichkeit, gerade im nun blühenden Berlin, mal nicht an Schule und das Danach zu denken und einfach mal die Beine baumeln zu lassen.

Wir finden, dass wir zu einer guten Truppe zusammen gewachsen sind. Die Terminvereinbarungen klappen gut. Es wird Bescheid gesagt, wenn man nicht kommen kann. Neben Schulaufgaben haben wir auch Projektaufgaben mit nach Hause zu nehmen und zu erledigen (wir Armen :-) ). Wir verstehen uns gut, holen uns gegenseitig ab, begleiten einander, wenn es um Interviewführung geht. Also, es macht wirklich Spaß.

Leider sind wir nicht, wie ursprünglich geplant, acht Teilnehmerinnen geworden. Es gab eine Reihe von Bewegungen in der Materie. Ein Mädchen ist umgezogen und musste abbrechen, zwei Frauen mussten wegen eigener oder Krankheit in der Familie aussteigen, ein paar Mädels konnten wegen dem schulischen Leistungsdruck nicht mitmachen. Schade. Aber vielleicht ergibt sich nochmals die Möglichkeit.

Viel zu tun hatten wir dennoch. Wir mussten uns intensiv damit auseinandersetzen, was uns interessiert, was wir gut können, was uns weniger liegt und eher Kopfschmerzen bereitet. Wir informierten uns übers Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur, über Beratungsgespräche mit Fr. Intepe von Kumulus e.V. und Fr. Steinert von der Jobleitstelle/ BEAM sowie übers Internet über bestimmte Berufe und entschieden uns dann für einen, über den wir in der Zeitung schreiben wollten. So konnten wir schon mal vorab checken, ob denn der Berufswunsch mit den persönlichen Voraussetzungen in jeglicher Hinsicht realisierbar ist oder sein könnte. Und fragen konnte man sich nun: Was kann ich jetzt schon dafür tun? Mensch, ein Hauptschulabschluss reicht nicht, vielleicht ist da doch noch der mittlere Abschluss drin.

Die Bandbreite der Vorstellungen reichte von unbekümmerter Ahnungslosigkeit ("weiß noch nicht") über vagen Ahnungen ("irgendwas mit Kindern") bis hin zu konkreten Herzenswünschen und  Zielen ("Ich will Popstar werden!", "Ich will kreativ sein!").

LOS - Lokales Kapital für Soziale Zwecke
Die Projektförderung kommt aus dem Programm LOS - Lokales Kapital für Soziale Zwecke

Eine große Motivation auf der einen Seite, aber auch eine echte Herausforderung und Überwindung andererseits stellte die an uns gestellte Aufgabe dar, eine Frau im Kiez zu finden, die diesen Beruf ausübt und bereit ist, sich interviewen zu lassen. Dazu gehörte das Erarbeiten von Interviewfragen zum Beruf, die Kontaktaufnahme, das Vorstellen des Projektes, die Terminabsprache, das Einhalten des Termins und eben das Interview.

Aufgrund der kopflastigen Arbeit hörte man sicher auch mal merkwürdige Laute aus dem Mädchenbogen. Wir hatten alle mal unsere "5 Minuten". Und wir mussten auch mal fluchen über unliebsame Tätigkeiten wie dem Abhören/ Heraushören des Interviews auf dem Diktiergerät. Wenn wir die Stelle im Interview zum zehnten Mal zurückgespult haben und die Stimme der ursprünglich wirklich sympathisch befundenen Interviewpartnerin erneut hörten, aber immer noch nichts verstanden, verging einem schon mal das Lachen oder, im Gegenteil, wir verfielen ins Lachen.
Ach ja, es war schon schön.

Auch herausfordernd war das Schreiben des Artikels. Wir haben hierzu die Unterstützung der Berliner Zeitung erbeten und erhalten. Zwei Jungredakteure, die regelmäßig für die Montagsseite schreiben, halfen uns hierbei mit wertvollen Tipps. Dank an dieser Stelle an die Redakteure Gözde Pesman und Vivian Yurdakul sowie an die Projektleiterin Frau Vavra.

Bis Ende Juni muss unsere Zeitung stehen, zumindest in der Druckerei angelangt sein. Der Endspurt läuft und wir werden bald sehen, was daraus geworden ist. Für unsere erste Zeitung muss ja noch nicht alles perfekt sein.

Wir drucken dann ein paar mehr Exemplare; da könnten Sie ja mal reinschauen.

Von den Mädels und
Yasmin Masch (Projektverantwortliche)
Juni 2007

text/foto: Die Teilnehmerinnen der "Berufsoffensive"