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Praxis und Theorie – handwerkliche Arbeitsfelder für Jugendliche
Wie im bereits stattgefundenen Projekt werden auch hier "Reparatur-Projekte" (Reparatur/Verschönerung von kaputten und unansehnlichen Sachen) mit den Jugendlichen durchgeführt. Die Jugendlichen werden für den eigenen Kiez und das Wohnumfeld sensibilisiert, was zu einem bewussteren und sorgfältigeren Umgang mit Allgemeingut führen soll.
So sind Jugendliche, die eine Bank (Sechseckbank Pohlstraße-Ecke Körnerstraße) neu aufgearbeitet haben, sehr stolz auf ihre Arbeit (die geleistete Arbeit kann jeder sehen, da es öffentlich genutzte Bänke sind), beschädigen sie nicht gleich wieder und werben gleichzeitig in der gleichaltrigen Gruppe.
Die „Reparatur-Projekte“ finden sowohl im öffentlichen Raum (z.B. Bänke neu aufarbeiten, Bepflanzung von kleinen Flächen) als auch in anderen Institutionen (z.B. einen Raum in der Fritzlar-Homberg Grundschule) statt. Es konnte eine gute Vernetzung mit anderen Trägern (z.B. Stadtteilverein, PUMPE) und Institutionen (z.B. Grünflächenamt) erzielt werden.
Eine Neuerung stellt der Besuch von Einrichtungen dar, die für die spätere Berufswahl nützlich sein können. Die Jugendlichen sollen z.B. Einblicke erhalten in: Überblick über den Lehrstellenmarkt, welche Anforderungen werden an Auszubildende in verschiedenen Berufsbereichen gestellt etc.
Es ist somit ein Beratungs-/Betreuungsangebot, in dem aktiv gearbeitet wird, um die Jugendlichen auf die bevorstehende arbeitsmarktliche Beschäftigung vorzubereiten.
So wird unter anderem das Einhalten von Verbindlichkeiten sowie Verhaltensweisen im Umgang mit anderen Personen vertieft.
Ein Hauptaugenmerk liegt auf das Heranführen an handwerkliche Tätigkeiten, der Förderung des konzentrierten Arbeitens und der Koordination bestimmter Arbeitsabläufe über einen längeren Zeitraum.
Es wird mit geschlechtsunspezifischen Gruppen gearbeitet, um das Konkurrenzverhalten auszuschalten. Vorurteile wie z.B. "Mädchen eignen sich nicht für einen Männerberuf" oder "Männer sind so oder so die besseren Handwerker" sollen auf beiden Seiten abgebaut werden, da diese Behauptungen nicht an geschlechtsspezifischen Unterschieden festzumachen sind.
Mit diesem Projekt wird ein Versuch gestartet, einen Freiraum zu schaffen, um das täglich erlebte Rollenverhalten neu zu definieren, welches somit Auswirkungen auf den selbst entworfenen Lebenslauf (Biografie) hat.
Wichtige Eckpunkte des Mikroprojektes sind zielorientiertes Arbeiten mit den Jugendlichen am konkreten Objekt, die Förderung der individuellen Stärken und Interessen durch spezifische Aufgabenteilung bei den jeweiligen Projekten.
Weiterhin zielt dieses individuelle, regelmäßige und niedrigschwellige Angebot darauf ab, die Teamfähigkeit und die positiven Ressourcen der Projektteilnehmer zu stärken.
Ebenso wichtig ist es uns, dass die Jugendlichen Vertrauen zu uns haben, Gespräche stattfinden, wir respektvoll miteinander umgehen und die Arbeit allen Beteiligten Spaß macht.
Das Mikroprojekt „Praxis und Theorie – handwerkliche Arbeitsfelder für Jugendliche“ findet vom 01.01.2007 – 30.06.2007 statt und wird mit LOS-Mitteln (lokales Kapital für soziale Zwecke) finanziert. Durchführende Mitarbeiter sind Marco Limberg und Sabine Bünger von K*I*D*S e.V., Leitung und Koordination unterliegen Michael Fleich.







