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Projekt „Leerstand als Chance“ im Schöneberger Norden - Zwischenstand

"Leerstand als Chance"
Attestiert dem Kiez hohes Potenzial: Zwischenbericht des Projekts "Leerstand als Chance"

Ein Katzensprung zur „neuen Mitte“ am Potsdamer Platz, die bunte Mischung aus alt eingesessenen Anwohnern und Geschäften, Multikulti und innovativen Medienunternehmen und günstige Mieten: Der Kiez rund um die Potsdamer Straße, vom Schöneberger Ufer bis hinunter zum Kleistpark, kann eine ganze Reihe an positiven Merkmalen auf seiner Haben-Seite verbuchen.

Das wurde bei einem Zwischenbericht über das Projekt „Leerstand als Chance“  am 18. Oktober einmal mehr klar: Im Rahmen dieses Projekts, das sich hauptsächlich mit dem Schöneberger Teil der „Potse“ beschäftigt, aber natürlich auch Ergebnisse aus dem Gewerbe-Projekt aus Tiergarten Süd mit einbezieht, ist inzwischen eine Bestandsaufnahme entstanden.

Dass solche Projekte Sinn machen, auch wenn man die Auswirkungen nicht unmittelbar mitbekommt, belegen auch für Tiergarten Süd sowohl die Erfolge des Projekts "Gewerbevernetzung und Leerstandsmanagement" als auch schlicht die Internet-Statistik: Gewerberaumbörse, Branchenführer oder Gewerbe-Infos gehören ganz klar zu den regelmäßig nachgefragten Seiten.

Dass es natürlich auch die Negativ-Seite der Medaille gibt, das dürfte den knapp 30 Zuhörern auf der Sitzung der IG Potsdamer Straße, in deren Rahmen die Präsentation stattfand, wohl auch klar gewesen sein:
Leere Ladengeschäfte vermitteln Verwahrlosung und Wertlosigkeit, lieblos gestaltete Schaufenster regen nicht zum Flanieren an, und Müll, Hundekot oder als Papierkorb missbrauchte Baumscheiben verbessern das Bild der Straße auch nicht gerade...

„Sensibilisierung“ heißt deswegen auch eines der Stichworte, das die Arbeitsgemeinschaft BBE Unternehmensberatung GmbH und Engel & Völkers Gewerbe als Lösungsansatz nennt. Ein schöneres Bild zieht mehr Laufpublikum, mehr Laufpublikum bedingt höhere Einnahmen, die Aussicht auf bessere Verdienstmöglichkeiten lockt qualitativ höherwertige Läden – eine Spirale nach oben könnte in Gang gesetzt werden, so der Idealfall.

Doch auch die „unsichtbaren“ Unternehmen in ihren Büros über den Ladengeschäften profitieren von der Image-Verbesserung. Ein Büro nahe dem Potsdamer Platz, aber dennoch zu erschwinglichen Mieten, das ist einer der Positiv-Hintergründe, die nicht nur den Mitgliedern des Mediennetzwerks °mstreet ohnehin durchaus bewusst sind.

Gerade solche Zusammenschlüsse wie dieses Netzwerk oder die Interessengemeinschaft IG Potsdamer Straße werden – neben Gewerberaumbörsen, der Beratung von Veränderungswilligen vor Ort ebenso wie von Neuinteressenten oder verschiedenen Aktionen zur Verbesserung des äußerlichen Erscheinungsbilds des Kiezes - auch zukünftig dazu beitragen, dass sich Gewerbetreibende wohl fühlen, gemeinsam etwas für ihren Standort tun und so auch gemeinsam das Image „ihrer“ Potsdamer Straße verbessern.

Auf dem Treffen Mitte Oktober illustrierten die Vortragenden ihre Standort-Analyse und die dazu gehörigen Vorschläge für zukünftige Handlungsfelder mit einer grafischen Präsentation, die wir Ihnen – auch wenn sich viele der gesammelten Daten hauptsächlich auf den Schöneberger Teil der Potsdamer Straße beziehen - an dieser Stelle nicht vorenthalten möchten: Präsentation „Leerstand als Chance“ vom 18.10.2007 (PDF 1,52 Mb).

Noch ein Zusatz-Tipp für Interessierte am Themenfeld "Zwischennutzung und Leerstandsprojekte":
Die Oktober-2007-Ausgabe des "Mieterechos", der Zeitschrift der Berliner MieterGemeinschaft e.V., dreht sich genau um diesen Schwerpunkt - hier geht´s zur Online-Ausgabe.

text: wolk; grafik:Präsentation; ÜA Präsentation: wolk