Suche

Newsletter bestellen für

Top Themen

Veranstaltungsreihe "Legendäre Wahrheiten" im Kunstverein Tiergarten | Galerie Nord

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen der Ausstellung "Blindes Vertrauen - Bilder als Seismographien des Unsichtbaren" findet die begleitende Veranstaltungsreihe "Legendäre Wahrheiten" mit Vorträgen renommierter Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler statt. Wir möchten Sie auf die kommenden Veranstaltungen aufmerksam machen und laden Sie herzlich in den Kunstverein Tiergarten | Galerie Nord ein.


Dienstag, 5. Oktober, 20 Uhr

Schurken und Aktivisten


Kurzvorträge und Diskussion mit Montse Romaní und Linda Hentschel, Moderation: Isabell Lorey

Montse Romaní analysiert in ihrem Kurzvortrag die Veränderungen in der künstlerischen Produktionsweise. Künstlerinnen und Künstler benutzen heutzutage nicht nur selbstverständlich Methoden aus anderen Disziplinen wie Theater, Wissenschaft, Forschung, Musik usw., um zu neuen Ergebnissen zu kommen. Vielmehr gibt es auch neue Ansätze der interdiszipläneren Zusammenarbeit. Dies hat Einfluss nicht nur auf die Art der Präsentationen, sondern die künstlerische Arbeit selbst wird zum politischen Akt.

Linda Hentschel untersucht in ihrem Kurzvortrag anhand der Thesen von Judith Butler den künstlerischen Umgang mit Medienbildern. Sie versucht herauszuarbeiten, inwiefern die Strategien der Medien wiederholt werden bzw. unter welchen Voraussetzungen dies ohne Voyeurismus und Zurschaustellung von Brutalität und Erniedrigung gelingen kann.

Montse Romaní (Lloret de Mar, 1968) arbeitet an der Schnittstelle von Kultur und zeitgenössischem Denken. Insbesondere ist sie an den gegenwärtigen gesellschaftlichen Problemen wie Globalisierung, Migration, Arbeitswelt und Genderfragen interessiert. Sie arbeitet als Kuratorin, Dozentin und Publizistin im Bereich Bildende Kunst, Film, Architektur. Ihr besonderes Anliegen sind kollektive Arbeitsformen (www.workingimages.org).

Prof. Dr. Linda Hentschel studierte Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft und Romanistik in Marburg und Montpellier. 2001-2008 wissenschaftliche Assistentin an der Universität der Künste Berlin, 2009-2011 Gastprofessorin an der Kunsthochschule Weißensee. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der optischen Medien und der visuellen Wahrnehmung, Foto- und Filmtheorie, Medien und Gewalt, Raumwissenschaften, Geschichte der Pornografie, Kulturwissenschaftliche Geschlechterforschung. Aktuelles Buchprojekt: "Bilder als Regierungstechnologien. Krieg, Gewalt und visuelle Kultur."

Prof. Dr. Isabell Lorey war im Sommersemester 2010 als Gastprofessorin an der Humboldt-Universität zu Berlin und 2009 als Gastprofessorin für Gender-Studies, Biopolitik und Postcolonial Studies an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Wien tätig. 2001–2007 Assistenzprofessur für Gender & Postcolonial Studies an der Universität der Künste in Berlin. Publikationen zu: feministischer und politischer Theorie, biopolitischer Gouvernementalität, kritischen Whiteness Studien, politischer Immunisierung und Prekarisierung. Demnächst erscheint ihre Habilitationsschrift über römische Ordnungskämpfe, das Plebejische, Gemeinschaftskonzepte und Immunisierung unter dem Titel "Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie".


Dienstag, 12. Oktober, 18 Uhr

Führung durch die Ausstellung


mit Dr. Claudia Beelitz, Kunsthistorikerin, Kunstverein Tiergarten



Dienstag, 12. Oktober, 20 Uhr

Filmabend: „Absent Present“


Dokumentarfilm von Angelika Levi im Kinokeller der Galerie Nord

"Absent Present" (2010) erzählt von Menschen, die ihre nationale Identität verändern oder ablegen müssen, von ihren Aufbrüchen, Ankünften und Zurückweisungen und von ihren Organisationsformen für den erneuten Eintritt in die Festung Europa. Ein Film über Menschen, die rechtlich abwesend und doch anwesend sind.

Angelika Levi wurde 1961 in Bonn-Bad Godesberg geboren. 1986 bis 1992 studierte sie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Neben der Arbeit an eigenen Filmprojekten ist sie als Produzentin, Dramaturgin und Cutterin beschäftigt. Sie lebt in Berlin.


Donnerstag, 14. Oktober, 20 Uhr

Reporter und Romanciers


Lesungen und Diskussion mit Paulo Moura und Toni Sala, Moderation: Michael Lüders

In seiner Reportage „Ein Baby als Eintrittskarte ins Paradies“ beschreibt Paulo Moura die dramatischen Bedingungen von Flüchtlingen in Marokko vor ihrer Überfahrt nach Spanien und was sie auf der iberischen Halbinsel erwartet, sofern die Reise gelingt.

Toni Sala hat ein anderes Medium gewählt: In seiner Erzählung „Adji“ beschreibt er einen Tag im Leben des Gambianers Adji, der an der katalanischen Mittelmeerküste in der Landwirtschaft arbeitet. In einer völlig unprätentiösen, lakonischen Sprache lässt uns Toni Sala an den kleinen Problemen Adjis teilhaben, die uns mehr über die Befindlichkeiten eines Migranten sagen können als viele wissenschaftliche Studien.

Aus beiden Texten werden Ausschnitte gelesen (je ca. 20 Minuten). Anschließend diskutiert Michael Lüders mit den beiden Autoren über die unterschiedlichen Methoden der Darstellung von Realität in fiktiven und dokumentarischen Texten. Er setzt sie so in direkte Beziehung zu den künstlerischen Arbeiten der Ausstellung, die sich ebenfalls dem Spannungsfeld Fiktion und Dokumentation widmen.

Paulo Moura (Porto, 1959) ist Schriftsteller, Essayist, Journalist und Mitarbeiter bei der portugiesischen Tageszeitung Público. Für seine Reportagen über Afghanistan, Algerien, Angola, Irak, Jugoslawien, Marokko usw. hat Moura zahlreiche Journalistenpreise bekommen. Mit seinem Essay "Im Wald von Missnana" gehörte Moura zu den sieben Finalisten des Lettre Ulysses Award for the Art of Reportage 2004.

Toni Sala (Sant Feliu de Guíxols, 1969) arbeitet als Schriftsteller und Journalist und gehört zur viel versprechenden jungen Generation katalanischer Autoren. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen und Reiseberichte, für die er vielfach ausgezeichnet wurde. Auf Deutsch sind bisher sein Roman "Zwischenland" und mehrere Erzählungen erschienen.

Michael Lüders (Bremen, 1959) hat in verschiedenen Ländern und Kulturen gelebt, studierte Orientalistik in Berlin und arabische Literatur in Damaskus. Seinen Weg als Erzähler fand er über den Journalismus. Auf den Publikumserfolg "Aminas Restaurant" (2006) folgte sein erster Band mit Kurzgeschichten "Big Shots. Geschichten unter dem Paradiesbaum" (2008). Zuletzt erschien sein Roman "Blöder Hund" (2010).
Lüders ist zudem renommierter Experte für den Nahen und Mittleren Osten und somit häufiger Gast bei Podiumsdiskussionen, Vortragsreihen und in politischen Sendungen. Er veröffentlicht regelmäßig Artikel, Hintergrundberichte und Reportagen in den wichtigsten deutschsprachigen Zeitungen.


Samstag, 16. Oktober, 18 Uhr

Mauern und Sperren


Diskussion mit Jumana Emil Abboud (in engl. Sprache) und Finissage

Jumana Emil Abboud diskutiert mit Michael Lüders, Ralf F. Hartmann und Gästen über ihre künstlerische Arbeit und die Produktionsbedingungen unter den schwierigen Verhältnissen in den besetzten palästinensischen Gebieten.

Jumana Emil Abboud ist 1971 in Shefa-Amr geboren. Als sie acht Jahre alt war, emigrierte die Familie nach Toronto in Kanada, wo Abboud nach ihrem Abitur am Ontario College of Art Kunst studierte. Sie kehrte in den 1990er Jahren nach Palästina zurück und lebt derzeit in Jerusalem. Abboud arbeitet mit unterschiedlichen Medien (Zeichnung, Video, Installation, Performance). Sie repräsentierte ihr Heimatland 2009 auf der 53. Biennale Venedig und auf der 11th International Istanbul Biennial.


Kunstverein Tiergarten | Galerie Nord
Turmstraße 75
10551 Berlin

Fon 030/ 9018-33453
Fax 030/ 9018-33457


- Gefördert durch das Institut Ramon Llull, das spanische Außen­ministerium, das spanische Kultusministerium, SEACEX Sociedad Estatal para la Acción Cultural Exterior, die Botschaft von Spanien, das Institut français - Bureau de la création artistique - Arts plastiques und Culturesfrance.

text: Einladung