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Lützow ist nicht gleich Lützow - eine kleine Namensgeschichte von Straße, Ufer und Platz

Lützowstraße, Lützowplatz, Lützowufer – all das liegt in einem Kiez (oder doch knapp neben der Quartiers-Grenze), aber das "Lützow" meint doch nicht das selbe: Zu unterscheiden ist zwischen dem ehemaligen Dorf Lucene, 1239 erstmals erwähnt, und dem Freiherrn Ludwig Wilhelm Adolph von Lützow, dem 1782 geborenen Offizierssohn und späteren Kavallerieleutnant.
Diesem militärischen Akteur – bekannt vor allem als Vertreter der nationalen Befreiungsbewegung gegen die napoleonischen Truppen – ist der seit 1869 so genannte Lützowplatz gewidmet.

Lützowufer und -straße jedoch gehen auf das erwähnte Dörfchen zurück, das sich sprachgeschichtlich von Lucene über Lietze, Lützen, Lietzow schließlich zu Lützow (seit ca. 1775) entwickelte. Bis 1558 unterstand die Ansammlung von Häusern dem Nonnenkloster St. Marien in Spandau, im Jahr 1695 wurde der Ort Eigentum der Kurfürstin Sophie Charlotte – Zeichen dessen war der Bau des Schlosses Lützen- oder auch Lietzenburg.
Die neben dem Schloss entstandene Siedlung erhielt schließlich den Namen Charlottenburg nach der Kurfürstin, und das erwähnte Dörflein und dessen Bewohner wurden 1719 in den neuen Ort eingemeindet.

Ufer und Straße führen von außerhalb in den ehemaligen Ort, was auch die Namensgeschichte der Lützowstraße zeigt: Bis 1842 war sie als Lietzower Weg und bis 1867 als Lietzower bzw. Lützower Wegstraße bekannt.
Anzunehmen bleibt, dass die Ahnen des Freiherren von Lützow wahrscheinlich dem Ort gleichen Namens entstammten...






