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Aktuelle Veranstaltungen

März 2003: Frisch statt fett - der Aktionstag zur gesunden Ernährung in Schulen

 
Cola, Hamburger und Pommes – sind ungesund und machen dick. Das wissen nicht nur Ernährungswissenschaftler, das wissen auch einige Schüler aus der fünften Klasse der Fritzlar-Homberg-Grundschule. Jedenfalls gaben sie das in einem Fragebogen an, als sie ihrer eigenen Einschätzung nach ungesunde Nahrungsmittel nennen sollten. Und auf die Frage, welche Pausensnacks sich die Kinder wünschen, schrieben sie auf: Cola, Hamburger und Pommes. Möhrenpuffer, Buchweizen-Crepes mit Sonnenblumenkernen oder Müslikugeln haben es dagegen schwer – könnte man meinen. Doch das ist nicht unbedingt gesagt.
 
Auf einem "Aktionstag gesunde Ernährung in der Grundschule" konnten die Veranstalter zumindest sehen, dass die Kinder mit viel Vergnügen die Dinge probiert haben, die sie größtenteils bisher noch nicht kannten. Eine Untersuchung zum Gesundheitszustand der Schulkinder im Bezirk Mitte hatte ergeben, dass sehr viele Kinder übergewichtig sind, und dass dieses Problem oftmals eines ist, das mit sozialen Problemen einhergeht. Aber natürlich nicht nur. Nährwertarme Kost, unregelmäßiges Essen, nachlässige Tischgewohnheiten – das alles kommt auch in den besten Familien vor. Zwar sind die Fragebögen des Aktionstages noch nicht ausgewertet, aber schon jetzt darf man mutmaßen, dass viele Kinder ohne Frühstück morgens aus dem Haus gehen und dass ihr "Pausenbrot" aus ein paar Euro besteht.

Gedeckte Tische
Die Moabiter Kiezküche hat zusammen mit dem Bildungsmarkt den Aktionstag organisiert, "K & Qu" (Kooperation und Qualifizierung) hat ein pädagogisches Konzept dafür ausgearbeitet. In der Mensa der Fritzlar-Homberg-Grundschule waren die Tische gedeckt und dekoriert mit Krokodilen und anderen Tieren aus Obst und Gemüse. Als die Schüler den wunderschönen Raum von oben betraten, bot sich ihnen zunächst einmal ein buntes und offenbar erstaunliches Bild. Das Personal der Kiezküche trat in weißen Kitteln und mit Kochmützen auf, sodass optisch und sinnlich schon mal ein gewisser Reiz von dem ausging, was da geboten wurde.
 
Über 300 Schülerinnen und Schüler wurden in den Schulstunden mit gesunden Pausensnacks verköstigt, in jeder Schulstunde zwei. Die Lehrerinnen und Lehrer hatten die Kinder im Unterricht auf die Veranstaltung vorbereitet. In den ersten Stunden war der Hunger offenbar noch nicht so groß, aber nach der anfänglichen Zurückhaltung kam die gesunde Kost ganz gut an. Insgesamt sechs Spezialitäten durften die jungen Genießer probieren.
 
Da gab es in der Kategorie Brot einmal Pumpernickel mit Paprikacreme und einer lustigen Verzierung oder eine selbst gemachte Milchschnitte mit Banane. In der zweiten Kategorie wurden Speisen gereicht, die warm zubereitet werden, aber auch kalt gegessen werden können, nämlich entweder Möhrenpuffer nach Hasenart (mit Kartoffeln und Äpfeln) oder Buchweizencrepes. Und dann gab es noch was Süßes, und zwar entweder eine Knusperkugel Hänsel und Gretel oder Anna nass. Die nasse Anna war besonders beliebt. Kein Wunder, handelte es sich doch um einen erfrischenden Obstspieß. Und die Kugel, an der auch Hänsel und Gretel gerne geknuspert hätten, war aus Müsli und wird in Naturkostläden auch schon mal Energieballen genannt. Schließlich sollten die Kinder bewerten, wie ihnen was geschmeckt hat, entweder lecker oder geht so oder gar nicht.
 
Nach Einschätzung von Christian Hanschmann hat dieser Tag allen beteiligten Spaß gemacht. Die Lehrerinnen und Lehrer waren sehr begeistert von dem, was da von der Kiezküche angeboten wurde. Christian Hanschmann ist für das Bezirksamt Mitte in der Jugendarbeit tätig und hat zusammen mit seiner Frau Cornelia diesen Aktionstag organisiert. Die Speisen aber, also das, worum sich alles drehte, hat die Kiezküche Moabit zubereitet und geliefert.

Ein Kiosk als ständige Einrichtung?
Nun ist so eine einmalige Aktion noch immer besser als gar nichts, doch kann sie wohl kaum dazu beitragen, das Ernährungsproblem in unserer Überflussgesellschaft zu lösen. Und so war dieser Aktionstag in der Fritzlar-Homberg-Grundschule auch gewissermaßen als Testlauf für ein umfangreicheres Projekt gedacht. Alle fünf Quartiersmanagements im Bezirk Mitte haben sich dafür zusammengetan.
 
Es geht um die Einrichtung von Kiosken an den Grundschulen, an denen gesunde Pausenkost angeboten werden soll. Und zwar in Zusammenarbeit mit der Moabiter Kiezküche GmbH und dem Bildungsmarkt e.V. Wenn alles klappt, sollen auch Ausbildungsplätze an dieses Projekt gekoppelt werden. Ob – und wenn ja, in welchem Umfang es klappt, ist noch nicht ganz sicher.
 
In der ersten Phase soll in einer Moabiter und zwei Weddinger Grundschulen ein solcher Kiosk eingerichtet werden. In einer zweiten Phase wären vier weitere Schulen im Bezirk Mitte mit von der Partie, darunter dann auch die Fritzlar-Homberg-Grundschule. Ein Teil der organisatorischen Arbeit, die damit verbunden ist, müsste dann von den Schulen selbst geleistet werden, oder beispielsweise von den Schulstationen oder vom Schulclub. Das wird dann jede Schule sehen müssen, wie sie es schaffen will und kann.
 
Man stelle sich einmal vor, die Hitliste der Lieblingsspeisen von Grundschülern im Bezirk Mitte wären in Zukunft nicht mehr Cola, Hamburger und Pommes, sondern Obstsaft, Vollkorn und Möhren! Jedenfalls in der ersten Tageshälfte.  
 

text: BuM; fotos: Cornelia Hanschmann