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Mehr Akzeptanz und unterstützendes Sozialgefüge


Feste werden nicht nur gefeiert, wenn sie fallen, sondern auch dann, wenn sie organisiert werden. Mit Hilfe des QM konnten in den letzten fünf Jahren vier interkulturelle und mehrere Nachbarschaftsfeste gefeiert werden. Doch auch im Alltag gab es viel zu tun.

Im Integrationszentrum wurde täglich in mehreren Sprachen bei Konflikten vermittelt; pro Jahr waren es ungefähr 470 Fälle. Der Beratungsbedarf ist nach wie vor sehr hoch. Konflikte können nicht vermieden, aber ohne Streit ausgetragen werden. Die Integration junger Zuwanderer-Familien und ihrer Kinder steht in der Arbeit des QM auf diesem Handlungsfeld an erster Stelle. Dabei werden verschiedene Ansätze verfolgt: Arbeit, Wohnen und Wohnumfeld, Bildung/Kultur und Gesundheit. Das Integrationszentrum war ein wichtiger Ort, die verschiedenen Initiativen zu koordinieren, doch leider kann das Integrationszentrum aufgrund fehlender Finanzmittel im nächsten Jahr nicht weitergeführt werden.

Dort fanden Sprachkurse mit hohem Zulauf statt, dort konnten sowohl dem russischen Kulturverein Lyra e.V. als auch dem sehr erfolgreichen multikulturellen Basketballverein TISC 99, für den das QM außerdem ein Image- Fundraising- und Sponsorenkonzept entwickelt hat, Räume zur Verfügung gestellt werden.

Auch dort wurden Feste gefeiert, beispielsweise: "Mama Afrika e.V. – Frauen aus aller Welt", das war eine Veranstaltung mit 50 Gästen. Von dort ging eine begleitende Elternarbeit durch muttersprachliches Personal an Kitas und Schulen aus, besonders von den Kitas wird diese Arbeit, Eltern in den pädagogischen Prozess mit einzubeziehen, sehr positiv bewertet. Und dort wurde auch in Zusammenarbeit mit einer Sozialarbeiterin und fünf Studentinnen der Evangelischen Fachhochschule ein Projekt vorbereitet und gestartet, das niedrigschwellige Familienhilfe heißt. Fünf Familien werden beraten, fünf weitere stehen auf der Warteliste. Ab 2005 wird das Projekt halbtags mit einer Sozialarbeiterin und Sprach- und Kulturmittlern in anderen Räumlichkeiten fortgeführt.

Ein Projekt, das im Zusammenhang mit den U-Bahn-Bögen schon erwähnt wurde, ist das Mädchenprojekt. Jeden Nachmittag kommen in einem der Bögen Mädchen zusammen, um bei den Hausaufgaben einander zu beraten, um ihre Freizeit gemeinsam zu gestalten und um über all die Dinge zu sprechen, über die sie sich zuhause nicht unterhalten können. Viele Mädchen kommen aus Familien mit vielen Kindern und kleinen Wohnungen, das heißt, sie haben kein eigenes Zimmer, keinen Raum, in dem sie sich mal zurück ziehen können. Viele stehen zwischen zwei Kulturen und haben es nicht leicht, sich in diesem Zwischenraum zu finden.


Wohnen

In der Wohnanlage zwischen Am Karlsbad und Bissingzeile hat das QM Mieterbeiräte zur Begleitung der Baumaßnahmen initiiert, auch mit dem langfristigen Ziel, dass eine Nachbarschaftsinitiative gegen Vandalismus daraus erwächst.

Zur Belebung der Nachbarschaft wurde ein Nachbarschaftsgarten angelegt und seit 2001 von einer Nachbarschaftsgruppe gepflegt.


Konflikte

In den Jahren 2002 bis 2004 wurde in drei Aus- und Fortbildungskursen 16 ehrenamtliche Mediatorinnen und Mediatoren aus dem Stadtteil ausgebildet, die in Konfliktfällen ihre Hilfe im Mediationsbüro in der Dennewitzstraße 34 anbieten. Von 1999 bis 2002 konnte an den Schulen ein Deeskalierungstraining angeboten und alternative Konfliktlösungsstrategien konnten vermittelt werden.