Suche

Newsletter bestellen für

Top Themen

  • Das Quartiersmanagement-Team verabschiedet sich

    Nach fast 17 Jahren läuft das Quartiersmanagement-Verfahren im Gebiet um den Magdeburger Platz aus. Zeit für das QM-Team, um sich zu verabschieden. Und wie geht's weiter ab 2017? Hier finden Sie auch den Kontakt für die nachfolgende Stadtteilkoordination. [mehr]
  • Vorschläge für Bezirksverdienstmedaille gesucht!

    Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte zeichnen auch für das Jahr 2016 wieder Personen mit einer Bezirksverdienstmedaille aus, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement und/oder mit ihren persönlichen Leistungen in herausragender Weise um Mitte verdient gemacht haben. Vorschläge für die Bezirksverdienstmedaille können bis zum 31.12.2016 eingereicht werden. Hier finden Sie die Details dazu. [mehr]
  • 1. Ausschreibung des Jugend-Demokratiefonds Berlin 2017

    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

Aktuelle Veranstaltungen

Menschen im Kiez: Nachruf zum Tode von Willy Luban

Sehr unerwartet traf uns - knapp vor seinem Geburtstag -  die Nachricht vom Tod unseres treuen Mitglieds Willy Luban. Willi wurde am 20. Januar 1936 in Sidow bei Cottbus geboren und war somit das Mitglied mit dem höchsten Alter.
Willy konnte auf ein sehr turbulentes und bewegtes Leben zurückschauen. Der junge Willy war nicht nur sehr neugierig, sondern auch ruhe- und rastlos. Er begab sich zwecks Jobsuche schon früh auf Wanderschaft. Später schloss er sich der Fremdenlegion an. Die Zeit dort hat ihn vermutlich sehr geprägt, da er sein Wirken dort immer wieder zum Gegenstand seiner Erzählungen machte, sicher auch, weil eine gesunde Portion „Stolz“ dabei war, seinerzeit mal zu „den harten Jungs“ der Legion gehört zu haben.

Am 1. Juli 2003 trat er unserem Fanclub bei. Er war durch den Namen „Spreeknappen“ aufmerksam geworden. Die Bezeichnung erinnerte ihn stets an seine Geburtsregion in der Nähe des Spreewaldes. Über verschiedene Umwege ist er schließlich mit seiner Frau in Berlin sesshaft geworden. Daher ist auch seine Sympathie für Hertha BSC zu erklären. Gleichwohl hat er nie einen Zweifel daran gelassen, dass er den FC Schalke 04 genauso in seinem Herzen trägt, zumal er einen Teil seines Lebens auch in der Region Rheinland und Westfalen verbracht hatte.

Mit Willy verlieren wir einen treuen Weggefährten. Wenn er auch mal „über die Stränge geschlagen“ hatte, so galt er bei „Puschel“ und den anderen umliegenden Gastwirtschaften rund um die Potsdamer Straße in Tiergarten als häufig und meistens gern gesehener Gast. Willy war nicht nur Stammgast, er galt als eine Art „Institution“ - ja, als „Original“ der Berliner Eckkneipen, einer Kneipenform, die leider in ihrer speziellen Eigenart immer mehr vom Aussterben bedroht ist, auch weil solche „echte Typen“ wie Willy Luban seltener werden.

Aufgrund seines hohen Alters hat er nicht nur das „Generationsübergreifende“ unseres Fanclubs verkörpert, sondern vermochte auch viele Geschichten aus der Vergangenheit zu erzählen. Ein besonders stolzes Leuchten hatte er in seinen Augen, wenn er von seiner Frau erzählte. Wie er sich nach ihrer Erkrankung um sie
kümmerte oder wie sie sich beide noch im hohen Alter (z. B. zu Silvester) „in Schale geschmissen“ hätten und zum Tanzen gegangen seien.

Die Liebe zu seiner Frau scheint auch ein Grund für sein plötzliches Ableben zu sein.
Er starb nur vier Wochen nach dem Tod seiner Ehefrau, den er nicht verkraften konnte. Schon auf seiner letzten Weihnachtsfeier bei den „Spreeknappen“ erlebten wir einen anderen Willy: Weniger laut, weniger fröhlich und kaum mitteilsam. Ohne seine Frau wollte und konnte er offensichtlich auch selbst nicht mehr sein.

Wir werden Willy nicht vergessen. Am 20. Januar wäre er 76 Jahre alt geworden.

text/foto: Stefan Becker