Top Themen
Aktuelle Veranstaltungen
Antragsschluss für den Bezirkskulturfonds 2012
Stadttour »Historische Orte sichtbar machen«, Tour II - Von Bahntrassen, Straßen, Wohnhäusern und Brücken
2. Rogate-Konzert: Chor des Brahe-Gymnasiums Jünköpping
Partizipation der Bewohner und Akteure im Quartier zur Entwicklung der Bürgerbeteiligung
1999 beschloss der Berliner Senat für 17 Stadtquartiere mit besonderem Entwicklungsbedarf ein integriertes Stadtteilverfahren: das Quartiersmanagement. In den jetzt 34 Gebieten arbeitet ein Quartiersmanagementteam im Vorort-Büro. Dessen wichtigste Aufgabe: Die Menschen vor Ort dazu zu befähigen, sich um ihr Viertel zu kümmern. Die Motivierung und Beteiligung einer breiten Bürgerschaft an den sie betreffenden Entscheidungen ist eines der wichtigsten Ziele.
1999/2000 Planungszelle
Zu Beginn von QM Magdeburger Platz wurden Planungszellen mit 70 zufällig gezogenen Teilnehmern aus der Bewohnerschaft durchgeführt, die ein Bürgergutachten erarbeitet und dokumentiert und so ein erstes Handlungskonzept aufgestellt hatten. Die Ergebnisse wurden zur Arbeitsgrundlage für das QM. Bei den aufgelegten Maßnahmen, insbesondere bei den baulichen im Handlungsfeld Wohnumfeld, wurden die Bürger zudem projektbezogen beteiligt. Bei der Umgestaltung des Magdeburger Platzes zum Beispiel planten die Anrainer mit. Es zeigte sich schnell: Die verantwortliche Einbindung der Menschen vor Ort in die Entscheidungen über Maßnahmen und Projekte war ein zentraler Erfolgsfaktor. Deshalb entschied sich der Senat im Jahr 2000, den Quartiersfonds aufzulegen.
2001/2002 Quartiersfonds-Jury
Für die Jahre 2001 und 2002 stellte der Senat pro Gebiet zusätzlich 1 Million DM zur Verfügung. Ohne übergeordnete Instanz sollte genau das um-gesetzt werden, was die Bewohner wollten und für Ihr Quartier als sinnvoll erachteten. Über die Vergabe entschied eine Jury aus Anwohnern und Vertretern von ansässigen Institutionen und Vereinen. Anwohner, die per Zufallsprinzip in die Jury ermittelt wurden, stellten dabei die Mehrheit der Jurymitglieder (acht von 15). Die Jury trat in regelmäßigen Abständen zusammen, um über insgesamt 68 eingegangene Projektideen und -anträge zu beraten. Sie bewilligten 37 Projekte.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat in einer hundertseitigen Broschüre den in dieser Form in Deutschland bisher einmaligen Versuch dokumentiert, mehr Bürgerverantwortung zu wagen. Die Erfahrungen waren außerordentlich positiv und ermutigend. „Bürgerinnen und Bürger entscheiden – das ist ein Konzept, das Zukunft hat“, schreibt die Senatorin für Stadtentwicklung im Vorwort der Broschüre.
2003/2004 Stadtteilbeirat
Der Quartiersfonds hatte also gezeigt: Bürger können mit Geld umgehen, sind stark genug, um etwas zu bewegen und: aktive Bewohner haben sich zusammen gefunden, Netzwerke sind entstanden. Um die positiven Erfahrungen zu nutzen, hatte sich aus der Jury für den Quartiersfonds ein Stadtteilbeirat gebildet. Der Beirat gab zwar den Quartiersmanagern Rat, aber er entschied nicht mehr über die Bewilligung einzelner Projekte. Der Stadtteilbeirat tagte mehr als ein Jahr lang regelmäßig einmal im Monat und stand jedermann offen. Mit zuletzt zehn bis zwölf Bürgern in den Versammlungen zeigte sich, dass die Motivationskraft der Jury nicht zu erreichen war. Es fehlte dieses neue Stück Macht und Einfluss – die Beteiligung an Entscheidungen.
Seit 2005 QuartiersRat
Die guten Erfahrungen mit dem von der Bürgerjury verteilten Quartiersfonds wurden aufgegriffen und beschlossen, um nach deren Vorbild Quartiersräte zu bilden. Im Mai 2005 wurde auf einer Versammlung mit etwas mehr als 50 Teilnehmern der erste QuartiersRat in Tiergarten Süd gewählt: 12 Anwohner und 11 Vertreter von im Gebiet tätigen Institutionen und Vereinen, die bereit waren mit zu entscheiden. Die Wahlen des QR für 2007/2008 und 2009/2010 verliefen anders. An einem bestimmten Wahltag waren die Bürger des Gebietes aufgerufen anhand von Kandidatenlisten ihr Votum abzugeben.
Der QuartiersRat Magdeburger Platz soll die Viel-falt der im Quartier lebenden Bevölkerung repräsentieren. Das ist wichtig, um die verschiedenen Bedürfnisse, Wahrnehmungen und Probleme im Gebiet zu verstehen. Deshalb setzt sich die QuartiersRat aus zwei Teilen zusammen: Anwohner (mind. 51%) sowie Vertreter von Institutionen aus dem Quartier wie Schulen, Kitas, Jugendeinrichtungen, Gewerbe, Vereinen, kulturelle oder soziale Einrichtungen. Eine Geschäftsordnung regelt die Verfahrensangelegenheiten. Durchschnittlich tagt der QR 9 bis 12mal im Jahr.







