Suche

Newsletter bestellen für

Top Themen

  • Das Quartiersmanagement-Team verabschiedet sich

    Nach fast 17 Jahren läuft das Quartiersmanagement-Verfahren im Gebiet um den Magdeburger Platz aus. Zeit für das QM-Team, um sich zu verabschieden. Und wie geht's weiter ab 2017? Hier finden Sie auch den Kontakt für die nachfolgende Stadtteilkoordination. [mehr]
  • Vorschläge für Bezirksverdienstmedaille gesucht!

    Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte zeichnen auch für das Jahr 2016 wieder Personen mit einer Bezirksverdienstmedaille aus, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement und/oder mit ihren persönlichen Leistungen in herausragender Weise um Mitte verdient gemacht haben. Vorschläge für die Bezirksverdienstmedaille können bis zum 31.12.2016 eingereicht werden. Hier finden Sie die Details dazu. [mehr]
  • 1. Ausschreibung des Jugend-Demokratiefonds Berlin 2017

    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

Aktuelle Veranstaltungen

Potse People knüpfen ein Netz: Von Stammtischen, Medienmessen und offenen Räumen


Eine Medienmesse, 33 Stammtische und einen Open Space-Medientag haben die zwei vom Potse-People-Team schon organisiert, jetzt luden Heidrun Abraham und Viktor Grandgeorg zum 34. Stammtisch in die Räume ihres Gemeinschaftsbüros ein, um sich und ihre Firmen selbst zu präsentieren. Heidrun Abraham ist Designerin ("Hei-Design"), sie erzählte von ihren Anfängen in einer Agentur in Leverkusen, wo sie Broschüren für den Bayer-Konzern und Verpackungen für Bio-Fleisch gestaltete und von ihren ersten Schritten in die Selbständigkeit in Berlin. Wenn sie Internet-Auftritte entwirft, arbeitet sie gerne mit Viktor Grandgeorg zusammen. Der nämlich gestaltet ebenfall Websides, kann aber im Gegensatz zu ihr auch noch programmieren und alle technischen Voraussetzungen schaffen, die man braucht, um eine Seite ins Netz zu stellen.

Zwei arbeiten mit ihren teils parallelen, teils unterschiedlichen aber einander ergänzenden Fähigkeiten zusammen. Heidrun Abrahams Vision ist, "die Kompetenzen, die in der Nachbarschaft sitzen, zu vereinen. Es sind so viele Disziplinen da, jeder ist spezialisiert, daraus kann man auch schlagkräftige Sachen für andere machen."

Das war ja schon die Idee, als die Potse-People Anfang des Jahres das Mediennetzwerk gründeten und mit einer Medienmesse im "Kapital" auf den Weg brachten. Um die 400 Medienunternehmer vom großen Tagesspiegel bis zu diversen Ein-Mann-Betrieben siedeln in der Potsdamer Straße und ihrer Umgebung. Mit anderen Worten: Dies ist ein Medienstandort. Inwiefern sich die Ideen, Fähigkeiten und Kräfte bündeln lassen, wird sich nur dann weisen, wenn die Leute einander kennen lernen und miteinander ins Gespräch kommen.

Der Open Space-Day

Immerhin rund fünfzig Medienschaffende kamen Ende Oktober zu einem Open Space-Day in die Alte Pumpe in die Lützowstraße. In gewisser Weise lässt sich diese Veranstaltung als großer, ganztägiger Stammtisch beschreiben, als eine Tagung, auf der die Teilnehmer ohne Tagesordnung viel miteinander gesprochen haben. Das heißt, es gab schon eine Ordnung, die Ordnung des Open Space-Verfahrens eben. Aber die zog sich, kaum dass der Moderator sie zu Beginn erläutert hatte, ins Unsichtbare zurück und überließ den Raum den Anwesenden. Es gibt keine andere Tagesordnung, sagte der Moderator, als die, die Sie jetzt durchsetzen. Man solle gewissermaßen die Kaffeepause zur Konferenztechnik machen. Und die Regeln haben keinen anderen Sinn, als den Raum zu öffnen.

"Nutze die Energien des Netzwerkes für Deine Ideen", heißt beispielsweise eine, oder "Mit Überraschungen ist zu rechnen" eine andere. "Was auch immer geschieht, es ist das Einzige, das geschehen kann" – "Die da sind, sind genau die Richtigen" – "Es fängt an, wenn die Zeit reif ist".

Diese Regeln legen im offenen Raum Kanäle so an, dass Ideen in Bewegung gesetzt und fließen können. Am Anfang war die Atmosphäre vor allem von der Frage gespannt: Was geschieht nun? Geschieht überhaupt etwas? Und was ist, wenn nichts geschieht? Und dann geschieht etwas, dann geht jemand in die Mitte des Raumes und schlägt ein Thema vor, über das er/sie gerne mit anderen sprechen möchte. Und dann noch eins und dann noch eins und so weiter, und dann redeten nicht alle über alles, sondern jeder nur zu den Themen und mit den Menschen, die sein Interesse geweckt hatten. Unabhängig davon, welche Ideen zu Projekten und also weitergeführt werden – und einige werden weiter geführt –, war das eine effektive Art und Weise, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Gesprächsrunden bildeten sich unter anderem zu folgenden Themen: Interkulturelles Fernsehen; Gründung einer neuen Zeit- und Streitschrift für Kunst und Kultur; Seminare – Fachreferate – Weitervermittlung von Wissen und Kompetenzen; die Ziele einer zweiten Medienmesse.

Die soll auf jeden Fall stattfinden, vielleicht im Frühjahr oder Frühsommer des kommenden Jahres. Die erste Medienmesse war zunächst einmal eine beeindruckende Bestandsaufnahme, die insofern stark nach innen gewirkt hat, als die am Medienstandort Potsdamer Straße arbeitenden gestaunt haben, welche kleineren oder größeren Betriebe zu ihrer Nachbarschaft gehören. Bei einer zweiten Medienmesse stellt sich nun die Frage, ob sie in der Wirkung nicht darüber hinaus gehen sollte.

Zwei Gesichtspunkte werden in diesem Zusammenhang von einigen Beteiligten zur Zeit vorrangig diskutiert: Wie schlägt man eine Brücke zu den Unternehmern des Quartiers, wie erreichen wir den kleinen Laden von nebenan und das mittlere Unternehmen von gegenüber, wie schaffen wir es, dass die zu unseren Kunden werden? Und: Wollen wir die zweite Messe nicht gleich so als Event aufziehen, dass der Medienstandort Potsdamer Straße auch überlokal und vielleicht sogar überregional wahrgenommen wird?

Auf jeden Fall darf man auf die nächsten Medientage gespannt sein. Das Projekt Netzwerk hat sich enorm entwickelt, und zu all dem sagt Heidrun Abraham: "Die meisten Aufgaben liegen ja noch vor uns."



text/foto: Burkhard Meise (QB 26)