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  • Das Quartiersmanagement-Team verabschiedet sich

    Nach fast 17 Jahren läuft das Quartiersmanagement-Verfahren im Gebiet um den Magdeburger Platz aus. Zeit für das QM-Team, um sich zu verabschieden. Und wie geht's weiter ab 2017? Hier finden Sie auch den Kontakt für die nachfolgende Stadtteilkoordination. [mehr]
  • Vorschläge für Bezirksverdienstmedaille gesucht!

    Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte zeichnen auch für das Jahr 2016 wieder Personen mit einer Bezirksverdienstmedaille aus, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement und/oder mit ihren persönlichen Leistungen in herausragender Weise um Mitte verdient gemacht haben. Vorschläge für die Bezirksverdienstmedaille können bis zum 31.12.2016 eingereicht werden. Hier finden Sie die Details dazu. [mehr]
  • 1. Ausschreibung des Jugend-Demokratiefonds Berlin 2017

    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

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„In dem Augenblick, in dem ein Mensch den Sinn und Wert des Lebens bezweifelt, ist er krank.“ (Siegmund Freud)

Zur Geschichte von Psychoanalyse und Psychotherapie rund um die Potsdamer Straße


Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Gesundheit als einen „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens“. Es geht also nicht nur um körperliche Beschwerdefreiheit, sondern auch um das seelische Befinden eines Menschen. Und gerade diese letztere Komponente rückt aktuell immer mehr in den Fokus der Gesundheitsversorgung.
Bis weit in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein galten Menschen mit psychischen Erkrankungen noch als Sonderfälle der Medizin, die nicht selten in die „Klapsmühle“ abgeschoben wurden.

Nur 50 Jahre später ist die so genannte psychische Störung dagegen auf dem besten Weg, Volkskrankheit Nummer 1 zu werden. Bereits heute verursachen psychische Krankheiten neben Krebserkrankungen die meisten Arbeitsunfähigkeitstage.

Wie sich unser Blick auf die seelische Gesundheit (beziehungsweise ihr Fehlen) verändert hat, lässt sich anhand von zwei Institutionen in unserem Quartier besonders anschaulich ablesen: dem Berliner Psychoanalytischen Institut/Karl-Abraham-Institut in der Körnerstraße und der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), deren Bundesgeschäftsstelle sich Am Karlsbad befindet.

Unser heutiges Verständnis von der menschlichen Psychologie ist historisch betrachtet wesentlich von den Erkenntnissen der Psychoanalyse geprägt. Über den Mediziner Karl Abraham gelangten die Lehren des Wieners Siegmund Freud nach Berlin. Abraham, der ein enger Vertrauter Freuds war, gründete 1920 gemeinsam mit Max Eitington das Berliner Psychoanalytische Institut (BPI).

Angesiedelt in der heutigen Potsdamer Straße 74, entwickelte sich das BPI wenige Jahre nach seiner Gründung zum ersten psychoanalytischen Ausbildungsinstitut der Welt. Schüler waren u. a. Erich Fromm und Michael Balint. Zu den Lehrenden gehörten neben Abraham und Eitington selbst beispielsweise Hanns Sachs, René A. Spitz, Karen Horney und Melanie Klein.
Eine drastische Zäsur erlebte das Institut während des Nationalsozialismus. Da Siegmund Freud, wie viele seiner Analytiker-Kollegen, Jude war, galt die Psychoanalyse ab 1933 als jüdische – und damit wertlose – Wissenschaft. 1936 wurde das Institut aufgelöst.

Die Neugründung im Jahr 1950 wurde vor allem von Carl Müller-Braunschweig und Marie-Louise Werner vorangetrieben. Seit 1998 befindet sich das BPI, das seit 1970 auch den Namen seines Gründers Karl Abraham im Titel trägt, in der Körnerstraße 11.
Mit der Psychoanalyse bildete sich im 20. Jahrhundert auch die moderne Psychotherapie als Behandlungsmethode für Menschen mit geistig-seelischen Erkrankungen aus und stellt heute einen zunehmend wichtigen Teil der Gesundheitsversorgung dar.
Entsprechend viele Psychotherapeuten werden gebraucht – etwa 18.500 arbeiten in Deutschland in eigener Praxis, in Berlin sind mehr als 2.100 von der Kassenärztlichen Vereinigung registriert. Ihre Interessenvertretung ist die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung mit rund 8.000 Mitgliedern. Die DPtV engagiert sich u. a. für die Gleichstellung der Psychotherapie gegenüber der somatischen Medizin.

Die Bundesgeschäftsstelle der Vereinigung befindet sich Am Karlsbad 15. Hier erhalten Mitglieder ausführliche Beratung zu allen Belangen des Berufsstands, darüber hinaus gehören die Organisation von Veranstaltungen, die Vorbereitung von Publikationen sowie die regelmäßige Information der Mitglieder zu den Aufgaben der 12 Geschäftsstellenmitarbeiter.   

text: S.B.