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  • Das Quartiersmanagement-Team verabschiedet sich

    Nach fast 17 Jahren läuft das Quartiersmanagement-Verfahren im Gebiet um den Magdeburger Platz aus. Zeit für das QM-Team, um sich zu verabschieden. Und wie geht's weiter ab 2017? Hier finden Sie auch den Kontakt für die nachfolgende Stadtteilkoordination. [mehr]
  • Vorschläge für Bezirksverdienstmedaille gesucht!

    Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte zeichnen auch für das Jahr 2016 wieder Personen mit einer Bezirksverdienstmedaille aus, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement und/oder mit ihren persönlichen Leistungen in herausragender Weise um Mitte verdient gemacht haben. Vorschläge für die Bezirksverdienstmedaille können bis zum 31.12.2016 eingereicht werden. Hier finden Sie die Details dazu. [mehr]
  • 1. Ausschreibung des Jugend-Demokratiefonds Berlin 2017

    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

Aktuelle Veranstaltungen

Portraits der QuartiersRats-Mitglieder

QuartiersRat
Wichtiges Mitbestimmungs-Gremium im Kiez: der QuartiersRat

Im Quartiersblatt Nummer 32 vom Februar 2007 fangen wir an, nach und nach wird´s weiter gehen: Hier stellen wir Ihnen auf mehreren Seiten die QuartiersRats-Mitglieder vor, viel Spaß beim Blättern und Lesen!


Die Quartiers-Rät/innen in dieser Ausgabe:

  • Katrin Schmidt-Gödelitz
  • Dieter Grundwald
  • Helmut Milan
  • Fred Eichhorn
  • Irene Weigel
  • Carsten-Stephan Graf von Bothmer

Katrin Schmidt-Gödelitz

Katrin Schmidt-Gödelitz
Katrin Schmidt-Gödelitz

Seit sechs Jahren unterrichtet Katrin Schmidt-Gödelitz an der Fritzlar-Homberg-Grundschule. Sie redet schnell, es ist so vieles zu tun, so vieles zu verbessern. Zum einen wäre die Schule als öffentlicher Raum zu entwickeln, in den Ferien zum Beispiel, müsste die Schule nicht abgeschlossen sein, da könnten sinnvolle Freizeitaktivitäten angeboten werden oder eine Schule für die Eltern oder Freizeitangebote oder vieles mehr. Die Schule, sagt sie, müsste eine größere Rolle im Stadtteil spielen. "Wir brauchen Netzwerke, wir können als Erzieher nicht mehr alles leisten."

Katrin Schmidt-Gödelitz wünscht sich, "dass aus allen Nationen, die hier vertreten sind, auch die Eltern vertreten sind, dass mehr gegenseitiges Verständnis aufgebaut wird. Dann könnten wir Freund sein und nicht Feind." Es ärgert sie, dass die Internationalität ihrer Schule so negativ gesehen wird und nicht als Chance. Beim Französischen Gymnasium dagegen werde sie positiv gesehen. Überhaupt möchte sie an einer stärkeren Kooperation mit dem Französischen Gymnasium, auf das auch ihre Kinder gehen, arbeiten. Ihre Schule habe ja schon viel vom Quartiersmanagement profitiert, und so wolle die Schule als Institution auch im Quartiersrat vertreten sein. Und die Möglichkeit, über dieses Gremium mit zu entscheiden, ist für sie schließlich auch eine Form von "gelebter Demokratie". Den Stadtteil, in dem sie seit sechs Jahren arbeitet, habe sie hauptsächlich zusammen mit den Schülern entdeckt.

Dieter Grunwald

Dieter Grunwald
Dieter Grunwald

"Wenn es der Ökonomie gut geht, geht es auch dem Kiez gut", sagt der Industriekaufmann im Ruhestand Dieter Grunwald. Doch er weiß natürlich auch, dass im Kiez oftmals nur die Auswirkungen der Entscheidungen ausgebadet werden müssen, die auf ganz anderen Ebenen getroffen werden. "Dennoch kann man immer mal wieder Denkanstöße geben." Bei seinem beruflichen Hintergrund lag es nahe, sich bei seiner Mitarbeit im Quartiersrat für den Arbeitskreis Lokale Ökonomie zu entscheiden. "Es gibt immer wieder gute Ansätze", sagt er, "Aber es gibt auch immer wieder Rückschläge." Ein Problem sieht er in den seiner Meinung nach zu hohen Mieten. Aber in dem Punkt, so seine Erfahrung aus der IG Potsdamer Straße, lassen die Hausbesitzer nicht mit sich reden.
Dieter Grunwald vertritt im Quartiersrat die IG Potsdamer Straße, in derselben aber vertritt er den Gemeindekirchenrat der Zwölf-Apostel-Gemeinde und der Matthäikirche, in dem er schon seit vielen Jahren aktiv ist. Seit 1984 wohnt er mit seiner Familie am Schöneberger Ufer, davor lebten die Grunwalds in der Einemstraße nahe dem Nollendorfplatz. Von da aus hatten sie schon lange ein Auge auf das Haus am Ufer geworfen, bis der Umzug dann endlich klappte. Ob er sich noch an eine Zeit erinnern kann, da der Kiez gesund, intakt, im Gleichgewicht war. "Nein", sagt Dieter Grunwald, "hier gab es schon immer Probleme." Durch die Arbeit des QM sei aber schon vieles besser geworden. Und: "Ich erwarte keine schnellen Erfolge - aber Bausteine für das Haus, das entstehen soll."

Helmut Milan

Helmut Milan
QR-Mitglied Helmut Milan

"Ich möchte den Bereich Tiergarten Süd kulturell fördern, um ihn für die Bewohner schöner und lebenswerter zu gestalten und gleichzeitig den Bezirk für den Tourismus interessanter zu machen. Durch meine berufliche Tätigkeit bin ich überzeugt, dass das Potential des Bezirks überhaupt noch nicht ausgeschöpft ist."

Nun könnte man im Stile eines heiteren Beruferatens fragen: Welchen Beruf übt Helmut Milan aus? Doch wir wollen es nicht spannend machen. Helmut Milan ist Rikscha-Fahrer. Nicht Velo-Taxi, sondern Rikscha. Der Unterschied? Die Rikscha ist im Gegensatz zum Velo-Taxi völlig offen, die Fahrgäste können rundherum schauen, was die Stadt zu bieten hat. Genau das zu zeigen ist für Helmut Milan im Laufe der letzten Jahre immer mehr zur Passion geworden. Und zwar eher zufällig.

Nach mehreren Bandscheiben-Vorfällen war der gelernte Kaufmann zunächst arbeitslos, fuhr dann Velo-Taxi - "das war wie eine Therapie für mich" - entwickelte exklusive Stadtführungen und machte sich vor knapp vier Jahren mit der Idee, in der Rikscha durch die Stadt zu führen, selbständig. Vorher hat er sich noch zum Stadtführer ausbilden lassen, aber der entscheidende Vorteil, den er für seinen Beruf mitbringt, ist seine Neugier. "Dann habe ich mich mehr und mehr in die Stadt hinein gelesen." Und je mehr Geschichten aus der Geschichte man kennt, je mehr erzählenswertes man in sich aufgenommen hat, desto neugieriger wird man. Helmut Milan hat, das lässt sich ohne Floskel sagen, einen spannenden Beruf.

Fred Eichhorn

Fred Eichhorn
QR-Mitglied Fred Eichhorn

Fred Eichhorn kommt zu spät zur Verabredung in Puschel’s Pub. Aber so ist es eben, wenn er über die Potsdamer Straße geht, wird er von hier und von da angesprochen und aufgehalten. „Ich kenne zwei Drittel der Leute hier zwischen Kurfürstenstraße und Lützowstraße.“ Seit fast 20 Jahren ist Fred Eichhorn der Wirt in Puschel’s Pub und damit Treffpunkt und Drehscheibe des Kiezes, in dem er seit 1984 lebt.

Puschel’s Pub ist eine Institution. In dem Buch „Die Potsdamer Straße – Geschichten, Mythen, Metamorphosen“ von Sibylle Nägele und Joy Markert heißt es: „Zwischen Pizzerien und Handyshops hat sich eine der originalen alten Kneipen der Potsdamer Straße erhalten. Puschel’s Pub ist zuallererst eine Kneipe für Tresengespräche, auf den zweiten Blick eine Sportsbar … Zugleich ist F. Eichhorns Pub aber auch etwas ganz anderes: einer der beliebtesten Treffs der Kultur- und Medienschaffenden, der Experten des Potsdamer-Straßen-Lebens, der Originale.“

Für die Verbindung von Kultur und Gastronomie verlässt der Wirt aber auch schon mal seinen Pub – dann beispielsweise, wenn in der Pohlstraße die Stummfilm-Nächte veranstaltet werden, sorgt er in der Pause für die Getränke, oder er beteiligt sich am Sommerfest. Für die Zukunft kann er sich auch vorstellen, sich noch mehr dem Thema Jugend und Sport zu widmen und – beispielsweise – einen Potsdamer-Straße-Integrationscup zu veranstalten. Als Fußball-Turnier versteht sich.

Irene Weigel

Irene Weigel
QR-Mitglied Irene Weigel

Als Treffpunkt schlägt Irene Weigel die Maultaschenmanufaktur vor, die ist da, wo sie wohnt, in der Lützowstraße, dort, wo sie sich in ihrer Nachbarschaft aufgehoben fühlt. „Nach 16 Jahren kennt man fast alle“, sagt sie, „ich kann hier, wenn ich mal wegfahre, überall meinen Schlüssel abgeben.“

Nach dem Mauerfall 1989 ist Irene Weigel schon bald nach Tiergarten gezogen, nicht gezielt, eher zufällig. Die Wohnung wollte sie sowieso wechseln, und so suchte sie sich aus den Anzeigen zunächst nur die Wohnungen mit Sonntagsbesichtigung heraus, schließlich war sie damals noch berufstätig. Ihr ganzes Leben war Irene Weigel Regieassistentin, hat unter anderem mit Frank Beyer den Film „Nikolaikirche“ gedreht.

Irene Weigel ist also, wenn man so will, eine Medienfrau, und als solche hat sie im vergangenen Jahr für das Mediennetzwerk an der Magistrale mitgearbeitet, zunächst nur organisatorisch, doch dann hat sie auch einen eigenen Film gezeigt. Die Potse-People haben sie schließlich auch überredet, für den Quartiersrat zu kandidieren.

Irene Weigel ist heute Rentnerin und will gerne ihre Erfahrung zur Verfügung stellen. Einen dringenden Rat für die nächsten Magistrale hat sie schon: Die Magistrale sollte wieder übersichtlicher werden, sagt sie, und die Veranstalter sollten wieder mehr Wert auf Qualität legen, damit die Veranstaltung für Leute aus anderen Bezirken nicht an Attraktivität verliert.

Carsten-Stephan Graf von Bothmer

Carsten-Stephan Graf von Bothmer
Qr-Mitglied Stephan von Bothmer

Im vergangenen Jahr konnte der Komponist und Pianist Carsten-Stephan Graf von Bothmer ein tolles Projekt unter anderem deshalb realisieren, weil der Quartiersrat ihm eine finanzielle Unterstützung zugesprochen hatte, nämlich die Stummfilm-Nächte mit Live-Musikbegleitung an den U-Bahn-Bögen in der Pohlstraße. Es war ein erfolgreiches Projekt, zu den sechs Veranstaltungen kamen zwischen hundert und zweihundert Leute, viele auch aus anderen Bezirken, womit das im Antrag formulierte Ziel – „Steigerung des Bekanntheitsgrads des Quartiers“ – erreicht war. Und Spaß gemacht hat es auch noch.

Für dieses Jahr hat sich der Musiker entschieden, selbst für den Quartiersrat zu kandidieren und, wenn man so will, mit seiner ehrenamtlichen Mitarbeit etwas zurück zu geben. Er komponierte unter anderem ein Werk für Orchester, er ist Leiter des Kinder- und Jugendchors, des neuen Chors und des Instrumentalkreises der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde.

Wer ihn aber je über Stummfilme hat reden hören, weiß, dass ihm das Heben dieser in Vergessenheit geratenen Schätze der Filmkunst zur Leidenschaft geworden ist. Dabei begleitet er nicht nach vorhandenen Filmkompositionen, sondern improvisiert mit eigenen Motiven.

Dass sich der ausgebildete Lehrer und Vater für Angelegenheiten der Schulen interessiert und für Angebote für Kinder, verwundert nicht, dass sich der Musiker für Kunst- und Kulturprojekte einsetzen will, auch nicht. Zu der Frage, wofür er sich im Quartiersrat besonders engagieren will, schrieb Carsten-Stephan Graf von Bothmer auch diese Stichworte auf: „Lebensqualität im Quartier durch faires, klares Denken und Entscheiden.“

text: BuM (QB 33); fotos: N.N.