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  • Das Quartiersmanagement-Team verabschiedet sich

    Nach fast 17 Jahren läuft das Quartiersmanagement-Verfahren im Gebiet um den Magdeburger Platz aus. Zeit für das QM-Team, um sich zu verabschieden. Und wie geht's weiter ab 2017? Hier finden Sie auch den Kontakt für die nachfolgende Stadtteilkoordination. [mehr]
  • Vorschläge für Bezirksverdienstmedaille gesucht!

    Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte zeichnen auch für das Jahr 2016 wieder Personen mit einer Bezirksverdienstmedaille aus, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement und/oder mit ihren persönlichen Leistungen in herausragender Weise um Mitte verdient gemacht haben. Vorschläge für die Bezirksverdienstmedaille können bis zum 31.12.2016 eingereicht werden. Hier finden Sie die Details dazu. [mehr]
  • 1. Ausschreibung des Jugend-Demokratiefonds Berlin 2017

    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

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Portraits von QuartiersRats-Mitgliedern

Im Quartiersblatt Nummer 35 vom September 2007 setzen wir unsere Reihe fort: Hier stellen wir Ihnen weitere QuartiersRats-Mitglieder vor, viel Spaß beim Lesen!

Diesmal im Portrait:

  • Anja Matar
  • Christa Schäfer


- Mehr per Klick: Hier geht´s zu den Portraits aus dem Quartiersblatt 34!

Anja Matar

QuartiersRätin Anja Matar
QuartiersRätin Anja Matar

Die Arbeit im Quartiersrat, sagt Anja Matar, sei sehr aufwändig, aber die Zusammenarbeit in dem Gremium habe ihr Leben auch bereichert. Sie selbst kenne sich ganz gut bei den Bildungseinrichtungen aus, aber die Zusammensetzung sei doch so, dass man sich untereinander auch mit Informationen helfen könne. Anja Matar ist nun schon in der zweiten Förderperiode Mitglied des Quartiersrates, und obwohl es so zeitintensiv ist, freue sie sich immer wieder auf die nächste Sitzung. Kürzlich haben einige Mitglieder des Quartiersrates sogar einen Englischkurs gegründet

Es war kein Zufall, dass sie vor fünfzehn Jahren mit ihrer Familie in die Lützowstraße gezogen ist, sondern eine bewusste Entscheidung. „Uns hat damals die Kita- und die Schullandschaft gefallen. Außerdem war es sehr grün und sehr kinderfreundlich, und unser Sohn sollte auf eine musikbetonte Schule gehen.“ Inzwischen geht schon der zweite Sohn auf die Fritzlar-Homberg- Grundschule und hat sich dort „so in sein Cello verliebt, dass er nicht nach der vierten, sondern erst nach der sechsten Klasse auf eine weiterführende Schule wechseln will.“ In den ersten Jahren hat sich in den Neubauten eine gute Gemeinschaft entwickelt, „aber als es dann um die Einschulung ging, sind viele weggezogen.“ Womit Anja Matar eines der zentralen Probleme des Quartiers anspricht.

Sie hat sich schon immer als Elternvertreterin engagiert, das heißt von dem Moment an, da ihr erster Sohn in die Kita kam, sie kennt die Problematik also aus mehreren Perspektiven. Schon vor Jahren hätten die Eltern dafür plädiert, die Integration mit einem maximalen Anteil an Kindern nichtdeutscher Herkunft von 30 % zu versuchen. Nun sind es 96 %, „und doch“, sagt sie, „die Zusammenarbeit funktioniert.“ Sie sagt, vielleicht liege es ja daran, dass ihre Familie zuhause selbst multikulturell lebt. Ihr Mann ist Ägypter, ihre Kinder leben muslimisch, sie selbst ist praktizierende Katholikin.

Und das war auch ein Grund für die Entscheidung, nach Tiergarten Süd zu ziehen: „die supermultikulturelle Mischung.“ Im Jahr 2000 hat Anja Matar den Verein „Salam e.V.“ für Projekte im Bildungs- und Kulturbereich im interkulturellen und interreligiösen Kontext gegründet. Zusammen mit Wiebke Holtmann hat sie die Lebensgeschichten von 13 Frauen aus den unterschiedlichsten Gegenden dieser Welt versammelt und in der Broschüre „Makame– Frauen in Tiergarten Süd“ veröffentlicht. Das Wort Makame kommt aus dem Arabischen und hat drei Bedeutungen: 1. Zusammentreffen – ein Ort, an dem man sich aufhält; 2. eine Unterhaltung; 3. eine Erzählung, eine orientalische Stegreifdichtung in kunstvoll gereimter Prosa mit eingestreuten Versen.

Dr. Christa Schäfer

QuartiersRätin Dr. Christa Schäfer
QuartiersRätin Dr. Christa Schäfer

Als die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vor sieben Jahren jedem QM-Gebiet eine Million Mark zur Verfügung stellte, die nach dem Votum der Bürger ausgegeben werden konnten, wurde Christa Schäfer per Zufallsgenerator aus dem Einwohnermelderegister ausgewählt und angeschrieben, ob sie Interesse habe, in der Bürgerjury mitzumachen.

Sie hatte Interesse, machte mit und wurde zur Vorsitzenden der Jury gewählt. Seit dem hat sie sich ebenso in der Aktionsfonds- Jury engagiert, und seit es den Quartiersrat gibt, ist sie auch in diesem Gremium Mitglied. Man kann also sagen: Christa Schäfer begleitet die Arbeit des Quartiersmanagements so gut wie von Anfang an.

Christa Schäfer war Studienrätin in Wedding. Als sie dann eigene kleine Kinder hatte, hat sie ihre feste Anstellung aufgegeben und angefangen freiberuflich zu arbeiten, ohne jedoch das Arbeitsfeld zu wechseln. „Die Arbeit mit Menschen ist eine spannende Sache“, sagt sie, „und deswegen ist auch die Schule immer ein spannendes Arbeitsfeld.“ Christa Schäfer ließ sich zur Mediatorin ausbilden, lernte also Strategien für den Umgang mit Konflikten und initiierte in Tiergarten Süd zunächst ein Projekt mit dem Schwerpunkt Nachbarschaftsmediation. Aus diesem Projekt hat sich inzwischen ein eingetragener Verein gegründet, der überwiegend auf eigenen Füßen steht. Vierzehn Mediatorinnen und Mediatoren bieten im MediationsZentrum e.V. ehrenamtlich ihre Hilfe an.Der Bedarf an Konfliktmanagement ist groß, und mit ihrem Wissen und Können findet und erfindet Christa Schäfer immer wieder neue Möglichkeiten, in Schulen mit Kindern, aber auch mit Eltern und sogar mit Lehrern zu arbeiten. In der Grips-Grundschule hat sie eine Schreibwerkstatt unter dem Motto „Schreiben für Toleranz“ veranstaltet, in der die Kinder Geschichten um Streit und Versöhnung geschrieben und übrigens bei der Mediterranen Sommernacht Ende August auf dem Gelände um die U-Bahn-Bögen in der Pohlstraße vorgelesen haben. Ein Kurs für Kinder zur Konfliktvorbeugung trug den schönen Namen „Faustlos“. Aus einem Seminar mit dem Titel „Kommunikations- und Konfliktmanagement für Eltern“ ist ein Buch entstanden, in dem Erfahrungen, Tipps und Ratschläge versammelt sind. Wie sehr sie mit diesem Thema lebt, zeigt die Tatsache, dass Dr. Christa Schäfer im vergangenen Jahr ihre Doktorarbeit über Unterrichtsstörungen geschrieben.

text/fotos: BuM (QB 35)