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September 2003: Frischer Wind für die Fritzlar-Homberg-Grundschule und segeln an der Potse

"Die FHG, die Fritzlar-Homberg-Grundschule? Na, das ist doch einfach zu finden: da, wo das riesen Segel steht!"Seit Anfang September ist der Traum, dass man die FHG so einfach finden kann, wahr: Bezirk und Denkmalbehörde haben ihr Ok geben, nach einem Schülerwettberweb standen auch die Motive der beiden Segel-Hälften fest, und so konnte jetzt das erste Stadtsegel in Tiergarten-Süd aufgebaut werden.

Ein Vorbild für das Schul-Segel gibt es schon in Berlin: Seit einem halben Jahr schmückt ein ähnliches Stück die Breitscheid-Oberschule in Moabit. Und offensichtlich sind die dortigen Schülern von ihrem Entwurf in Violett-Tönen immer noch überzeugt: "Kein einziges Graffito ist bislang darauf zu sehen", erzählt Fenz zufrieden.
Er plant auch schon weiter: Von einer "Segel-Regatta mit Ziel Potsdamer Straße" ist die Rede, für die das aus dem Quartiersfonds finanzierte Vorbild an der FHG als Prototyp Pate stehen soll. "Das obere Ende der Potsdamer Straße ist sehr trist, die Geschäftsleute haben sehr zu kämpfen", so Fenz. "Es steht im krassen Gegensatz zum lebendigen und eher luxuriösen Potsdamer Platz." Hier möchte er durch großflächige transparente Segel auf dem Mittelstreifen der Straße eine Verbindung zur Kuppel des Sony-Centers schaffen.

Eine breit angelegte Diskussion über das Vorhaben mit Anrainern, Institutionen und den zuständigen Verwaltungsabteilungen ist im Anlaufen; einige Sponsoren stehen schon in den Startlöchern. Und vielleicht wird man so auch hier in absehbarer Zeit trockenen Fußes lossegeln können – Potse ahoi!

An einem zwölf Meter hohen Mast vor dem Zaun der Schule an der Lützowstraße dreht es sich nun nach jedem Luftzug, so hoch wie drei bis vier Stockwerke eines Hauses. Farblich gestalteten Schülerinnen und Schüler die Fläche in einem Kunstwettbewerb selbst – ein neues Wahrzeichen für die Schule, eines, das unübersehbar frischen Wind ins Karree bringt.

Im Gegensatz zu "echten" dicht gewebten Segeln besteht es jedoch aus einem halbtransparenten Material, und bei stürmischem Wetter muss auch niemand zum Reffen in die Wanten klettern: Studenten von der Berliner Dependance der Stanford University haben in Zusammenarbeit mit dem Künstler Fenz eine Konstruktion entwickelt, durch die sich das Tuch bei Überlastung selbsttätig einrollt.






