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    Nach fast 17 Jahren läuft das Quartiersmanagement-Verfahren im Gebiet um den Magdeburger Platz aus. Zeit für das QM-Team, um sich zu verabschieden. Und wie geht's weiter ab 2017? Hier finden Sie auch den Kontakt für die nachfolgende Stadtteilkoordination. [mehr]
  • Vorschläge für Bezirksverdienstmedaille gesucht!

    Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte zeichnen auch für das Jahr 2016 wieder Personen mit einer Bezirksverdienstmedaille aus, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement und/oder mit ihren persönlichen Leistungen in herausragender Weise um Mitte verdient gemacht haben. Vorschläge für die Bezirksverdienstmedaille können bis zum 31.12.2016 eingereicht werden. Hier finden Sie die Details dazu. [mehr]
  • 1. Ausschreibung des Jugend-Demokratiefonds Berlin 2017

    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

Aktuelle Veranstaltungen

Spezial: Der Straßenchor in der Zwölf-Apostel-Gemeinde

„Oh happy day“ schallt es durch den Probensaal der evangelischen Zwölf-Apostel-Gemeinde, wir dürfen den Proben des Straßenchors lauschen. Sehr viele glückliche Tage haben die meisten der Chormitglieder in ihrem Leben bisher bestimmt nicht erlebt, im Moment spielt das jedoch keine Rolle. Chorleiter und Konzertpianist  Stefan Schmidt startet die Proben mit dem alt-bekannten Ghospel von Edwin Hawkins und die rund 15 Sängerinnen und Sänger lauschen konzentriert seinen Hinweisen. Die 35 bis 40 Chormitglieder sind oder waren obdachlos und stammen aus zerrütteten Familienverhältnissen. Mit dabei sind auch Drogensüchtige, Bedürftige,  aber auch Unterstützer und Menschen, die einfach singen wollen. Aber ganz ehrlich – wäre es nicht bekannt, würde man es nicht merken. Es ist eine ganz normale Chorprobe an einem normalen Donnerstagabend im Kiez.  

Regelmäßig einmal in der Woche probt der Straßenchor in der Apostel-Paulus-Straße, und die Ergebnisse können sich sehen lassen: eine eigene CD wurde produziert, es gab Fernsehreportagen und Auftritte, wie der in der ausverkauften Berliner Philharmonie mit Carl Orffs „Carmina Burana“.
Außerdem ist das Musikprojekt „Der Straßenchor“ Preisträger des bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen 2011“. Ausgezeichnet wurde das Projekt für seine nachhaltige gesellschaftliche Arbeit. Die große Medienresonanz spricht für die Idee, ein Musikprojekt mit Menschen, die auf der Straße leben, zu machen. Schnell jedoch gerät diese Art von Aufmerksamkeit in einen Blickwinkel, den sich  Projektleiter Schmidt, das Management DeGroej und natürlich die vielen Chormitgliedern nicht wünschen.

Denn sie vertreten die  Meinung, dass Menschen kein Mitleid brauchen, sondern Herausforderungen und Erlebnisse. Das Projekt „Der Straßenchor“ gibt auch Menschen eine Stimme, die sonst nicht beachtet werden und begleitet sie auf einer Reise, die ihrem Leben wieder einen Sinn gibt, die ihnen das Gefühl vermittelt, gebraucht zu werden, ihnen zeigt, dass sie ein Teil der Gesellschaft sind.

Klar, ist es eine kleine Sensation, dass sich obdachlose Menschen zu einem großen Musikprojekt zusammen finden können. Verträgt denn gerade so ein Tagesablauf, der eigentlich geprägt ist vom Überleben auf der Straße, feste Termine und zusätzliche Aufgaben? Wie viel Zuverlässigkeit und Disziplin ist notwendig, um einen erfolgreichen Chor auf die Beine zu stellen? Man hat nicht den Eindruck, dass diese Probentermine eine Belastung sind. Vielmehr machen die Sängerinnen und Sänger einen gelösten Eindruck – warum auch nicht? Schließlich macht es allen Spaß, sonst wären sie ja nicht gekommen. Klar, nicht immer verläuft alles nach Plan – aber das ist doch schließlich überall so. Überall, wo Menschen zusammen kommen und etwas auf die Beine stellen, gibt es Buckelpisten zu bewältigen.

Der Straßenchor ist als Projekt des gemeinnützigen Vereins „Der Straßenchor“ angelegt. Mit dem Erwerb der CD und des erschienenen Bildbandes des Vive!-Verlages können auch Sie die Fortführung des Projektes unterstützen. Beide Artikel sind im Fachhandel und im Internet erhältlich.
Die wöchentliche Probe findet im Gemeindehaus der Ev. Zwölf-Apostel-Gemeinde in 10783 Berlin, An der Apostelkirche 1, jeweils am Donnerstag von 18 bis 20.30 Uhr statt.

Aktuell arbeiten Projektleitung und Chormitglieder zusammen an einem eigenen Musical. Die Handlungsstränge sollen auf wichtigen Ereignissen aus dem Leben der Chormitglieder basieren.  Wir dürfen gespannt sein! Auf dem Sommerfest der Zwölf-Apostel-Gemeinde am 10. Juni ist der Chor auch verteten, die nächsten Auftritte sind im Juli 2012 am Bodensee mit der „Carmina Burana“ und im August 2012 in Anröchte beim Steinfest. Weitere Termine sind in Planung.

Straßenchor im Internet: www.derstrassenchor.com 
und auf facebook: Der Strassenchor

text: Kerstin Heinze; fotos: DeGroej, Kerstin Heinze