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Stadtteilbeirat – Bürgerbeteiligung in Tiergarten Süd

 
"Früher waren es mehr bauliche Maßnahmen, heute sind es eher soziale Projekte oder Bildungsprojekte, von denen wir uns eine Verbesserung des Kiezes erhoffen." Christa Schäfer hat mittlerweile Erfahrung mit Gremien, in denen die Bürger aus Tiergarten Süd ihre Vorschläge einbringen und – wenn sie auf Zustimmung stoßen – auch umsetzen können. Zu Zeiten des Quartiersfonds saß sie der Jury vor, in der die Entscheidungen getroffen wurden.

Nun, die schönen Zeiten sind vorbei, das Geld ist ausgegeben, neues nicht in Sicht und aus der Jury für den Quartiersfonds ist ein Stadtteilbeirat geworden. Die positive Erfahrung mit dem Versuch, die Bürger direkt in gewisse Entscheidungen mit einzubeziehen, sollen nicht im Sande verlaufen, sondern weiter zum Wohle des Quartiers genutzt werden.

Der Beirat gibt Rat, und zwar den Quartiersmanagern, wenn es darum geht, die Euros auszugeben, die für die verschiedenen Handlungsfelder wie Wohnumfeldmaßnahmen oder Jugendförderung, Bildung, Integration und so weiter zur Verfügung stehen. Sechs mal hat sich der Beirat bisher getroffen, zehn bis zwölf Bürger haben daran teilgenommen. Es dürften durchaus noch mehr werden. Was wäre eine ideale Zahl? Christa Schäfer: "So 16 bis 18 Mitglieder wären wünschenswert. Wichtig wäre auch, dass noch jemand von den Geschäftsleuten dazu kommt."

Bürgerbeteiligung heißt in diesem Falle also nicht, dass die Bürger sich zu bestimmten von den Behörden oder Investmentgesellschaften geplanten Einkaufs-Center äußern dürfen, dass gewissermaßen einmal alle möglichen Einsprüche aufgesaugt werden, Bürgerbeteiligung heißt hier, dass die Mitglieder des Beirats selbst kreativ werden, Ideen entwickeln und Vorschläge ausarbeiten können.

Können. "Zunächst wurden die Vorschläge vom Quartiersmanagement nur abgenickt, jetzt geht es mehr und mehr dahin, dass der Beirat selbst Vorschläge macht." Jede Form der Zusammenarbeit muss sich erst einspielen, vor jedem Gelingen steht ein Lernprozess. Die ersten Sitzungen des Beirats wurden von einem Quartiersmanager moderiert, doch jetzt, das haben die Mitglieder beschlossen, soll eine Bürgerin  diese Aufgabe übernehmen. Und es läuft wohl wieder auf Christa Schäfer zu.

Eine der ersten Investitionen, die der Beirat von sich aus voran getrieben hat, ist die Neugestaltung des Eingangsbereichs der Grips-Grundschule in der Kurfürstenstraße. Die Wege werden gepflastert, das sieht nicht nur besser aus, es verhindert auch, dass die Schüler täglich allzu viel Schmutz ins Schulgebäude tragen.

Außerdem ist man sich darüber einig, dass die Projekte, die aus dem Quartiersfonds finanziert wurden und erfolgreich waren, nicht mit dem Ende der Finanzierung verschwinden, sondern weiter laufen sollen. Welche das sind, und wie das bewerkstelligt werden kann, daran arbeiten alle.
 

text: BuM - Quartiersblatt 12