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    Nach fast 17 Jahren läuft das Quartiersmanagement-Verfahren im Gebiet um den Magdeburger Platz aus. Zeit für das QM-Team, um sich zu verabschieden. Und wie geht's weiter ab 2017? Hier finden Sie auch den Kontakt für die nachfolgende Stadtteilkoordination. [mehr]
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  • 1. Ausschreibung des Jugend-Demokratiefonds Berlin 2017

    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

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Stadtteilbibliothek Tiergarten Süd: Chancengleichheit beim lebenslangen Lernen


Die Kinder freuen sich auf den Besuch der Stadtteilbibliothek in der Lützowstraße. Doch ob sie auch schon lesen können? Wohl eher zuhören, wenn ihnen vorgelesen wird, und natürlich Bilderbücher anschauen. Regelmäßig kommt die Gruppe aus der Kindertagesstätte Bissingzeile in die Bibliothek. Dann suchen sich die Kinder die Bücher aus, die sie, wie sie manchmal glauben, kaufen wollen.
Gabriele Eißele-Lettow erklärt ihnen dann, was ausleihen bedeutet und wie man mit Büchern umgeht, zumal, wenn andere Kinder sie später auch noch ausleihen wollen. So werden die Kinder schon möglichst früh an das Medium Buch herangeführt.

In dieser Bemühung werden sowohl die Kindertagesstätten und Schulen als auch die Bibliothek vom Lokalen Bildungsverbund (LBV) unterstützt. Der LBV will die Bildungseinrichtungen im Stadtteil Tiergarten Süd so miteinander vernetzen, dass die vorhandenen Ressourcen optimal eingesetzt und genutzt werden können. Dabei kommt der Bibliothek eine zentrale Rolle in diesem Bildungsnetzwerk zu.

Gabriele Eißele-Lettow leitet die Stadtteilbibliothek seit September. Sie und ihre Mitarbeiterin Stefanie Feind freuen sich über die stetig steigenden Besucherzahlen. Im Jahre 2004 kamen 33.000 Menschen in die Bibliothek und liehen sich 66.000 Bücher oder andere Medien aus. Das war im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 20 %. Im ersten Halbjahr 2005 stiegen diese Zahlen nochmals an, 40 % der Leser sind unter 20 Jahren. Doch damit genug der Zahlen.

Die Bibliothek versteht sich als Informationsdienstleister für den Stadtteil, der das Lesen als eine Kulturtechnik mit Schlüsselfunktion fördern will. Verführung zum Lesen also. Neben vielen anderen Büchern sind auch alle diejenigen im Angebot, die es geschafft haben, auf der Spiegel-Bestseller-Liste zu erscheinen. Verführung zum Lesen auch mit den Stars der Gegenwart: Joseph Ratzinger liegt neben Franz Beckenbauer, der Papst also neben dem Kaiser.

Es gehe darüber hinaus, sagt Stefanie Feind, aber auch um die Vermittlungen von Kompetenz im Umgang mit den neuen Medien. Zwei Computer mit Internetzugang stehen zur Verfügung. Für Schüler ist die Nutzung kostenlos. Eine öffentliche Bibliothek habe schließlich, so Stefanie Feind, auch die Aufgabe, die Chancengleichheit derjenigen zu sichern, die aus sozialen oder anderen Gründen ohne eine solche Einrichtung gar keinen oder keinen mit anderen vergleichbaren Zugang zu Informationen und Quellen des Wissens haben. Immer wieder geht es dabei auch um die Kinder aus den umliegenden Kindertagesstätten und Schulen.
Die Fritzlar-Homberg-Grundschule hat sogar das Privileg, mittwochs, wenn die Bibliothek eigentlich geschlossen ist, mit Schulklassen mal eben rüber zu kommen und ein bisschen an den Bücherborden herumzuschnuppern, mal dieses, mal jenes anzulesen und schließlich auch auszuleihen. Die haben extra einen Schlüssel bekommen. Aber es geht natürlich bei der Bildung nicht nur um die Kinder, sondern auch darum, die Menschen in allen Phasen des lebenslangen Lernens, wie Stefanie Feind sagt, zu unterstützen. Die Stadtteilbibliothek kooperiert auch mit Organisationen, die die persönliche und/oder berufliche Weiterbildung anbieten.

Das geht auch das Projekt "Französischlernangebote im Stadtteil" (siehe nächster Beitrag) an. Für die Anschaffung von Lernmaterialien – Bilderbücher, CDs, CD-Roms und so weiter – hat der Lokale Bildungsverbund aus seinem Projektfonds 3.500 Euro zur Verfügung gestellt.

Die Verführung zum Lesen beginnt mit dem Vorlesen, da kann man mal hineinhören in eine andere Welt. Seit Jahren schon organisiert der Verein Lesewelten e.V. jeden Donnerstag von 16 bis 17 Uhr Vorlesenachmittage. Dann wird’s eng in der Stadtteilbibliothek, dann kommen manchmal 40 Kinder und mehr aus allen Altergruppen. Natürlich haben die ehrenamtlichen Vorleser immer etwas vorbereitet, aber an einem solchen Nachmittag können die Kinder auch Wünsche äußern, und wenn das zu organisieren ist, werden die erfüllt.
Im November wurde sogar zweisprachig vorgelesen, deutsch-französisch, im Rahmen des schon genannten Projekts. Damit soll das Interesse der Kinder an den Französischangeboten (siehe nächster Beitrag), die in einigen Kitas und Schulen neu eingerichtet wurden, auf spielerische Weise geweckt werden.

Bibliotheken sind öffentliche Räume, Treffpunkte auch, Kommunikationsräume. In diesem Sinne wird das voraussichtlich im Frühjahr eröffnende Café eine echte Erweiterung der bisherigen Möglichkeiten sein und den Menschen in Tiergarten Süd eine weitere Möglichkeit der kreativen Freizeitgestaltung bieten.



text/foto: Burkhard Meise (QB 26)