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Von A bis Z das eigene Buch

Leipziger Buchmesse
Nelly, Julia und Anna auf dem blauen Buchkinder-Sofa der Leipziger Buchmesse

Zwischen zwei Buchdeckel passt eine ganze Welt. Diese schöne Erfahrung machen schon Kinder. Doch wie kommt die Welt da hinein? Wenn das ein Geheimnis sein sollte, dann konnten schon zwanzig Kinder diesem Geheimnis auf die Spur kommen, die "Buchkinder".

Silke Homeyer und Gudrun Ingratubun haben die Idee von Leipzig nach Tiergarten geholt, als Projekt beim Quartiersrat beantragt und schließlich umgesetzt.
In zwei Kursen in der Werkstatt der Gemäldegalerie haben jeweils zehn Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren ihre eigenen Geschichten geschrieben und mit Linolschnitten illustriert, sie haben die Bücher gedruckt und schließlich unter Anleitung einer Buchbinderin gebunden. Die Betreuer haben sich für die Kinder, die noch nicht schreiben konnten, als Schreibmaschine betätigt.
"Text und Bild", sagt Silke Homeyer, "werden eine innige Einheit, während des Schreibens entstehen Bilder und umgekehrt." Und als die Bücher fertig waren, "da waren die Kinder so stolz und haben die Bücher an sich gedrückt."

Es geht dabei natürlich nicht darum, die Bücher zu verkaufen. "Der Kern des Projektes ist ein Bildungsgedanke. Die Kinder finden einen Weg zum Buch mit allem, was dazu gehört. Es geht um eine sinnliche Erfahrung des Buches, und darum, dass die Kinder Zutrauen finden zu ihren eigenen Geschichten, dass sie sich sagen können: du hast etwas gültiges gemacht, etwas, das bleibt."
Bleiben werden den Kindern auch die Erfahrungen. Wer es einmal selbst gemacht hat, sieht fortan ein Buch mit ganz anderen Augen.

Mit vier Kindern ist Silke Homeyer zur Leipziger Buchmesse gefahren, wo der "Freundeskreis Buchkinder e.V." einen Stand hatte und ein blaues Sofa, und da konnten die Kinder ihre Bücher vorlesen. Die Idee hat schon in mehreren Städten zu Kursen, Initiativen oder Arbeitskreisen geführt.

In Berlin ist das Projekt erst einmal beendet. Doch es könnte ja auch weiter gehen. Silke Homeyer: "Ich wünsche mir einen Kreis von Leuten hier im Kiez, die das in die Hand nehmen, und dass vielleicht eine Werkstatt als ständige Einrichtung entsteht."

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text: BuM (QB 33); foto: Homeyer