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  • Das Quartiersmanagement-Team verabschiedet sich

    Nach fast 17 Jahren läuft das Quartiersmanagement-Verfahren im Gebiet um den Magdeburger Platz aus. Zeit für das QM-Team, um sich zu verabschieden. Und wie geht's weiter ab 2017? Hier finden Sie auch den Kontakt für die nachfolgende Stadtteilkoordination. [mehr]
  • Vorschläge für Bezirksverdienstmedaille gesucht!

    Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte zeichnen auch für das Jahr 2016 wieder Personen mit einer Bezirksverdienstmedaille aus, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement und/oder mit ihren persönlichen Leistungen in herausragender Weise um Mitte verdient gemacht haben. Vorschläge für die Bezirksverdienstmedaille können bis zum 31.12.2016 eingereicht werden. Hier finden Sie die Details dazu. [mehr]
  • 1. Ausschreibung des Jugend-Demokratiefonds Berlin 2017

    Das Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmmt Einfluss" nimmt ab sofort Anträge in der ersten Förderrunde für das Jahr 2017 entgegen. Damit Ihr mit Euren Ideen für mehr jugendliches Engagement und für ein demokratischeres Miteinander nicht auf dem Trockenen bleibt, fördert der Jugend-Demokratiefonds Berlin Projekte mit bis zu 15.000 Euro! Einsendeschluss ist der 22. Januar 2017. [mehr]

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Wie altersgerecht ist der Kiez?

Wie altersgerecht ist der Kiez?

Ein Großstadtschicksal.

Wer kennt sie nicht, die Szene „Straßenüberquerung“. Man wartet. Lange Zeit. Wirklich sehr lange Zeit. Endlich zeigt die Fußgängerampel grün, auf geht´s. Vielleicht hat man schweres Gepäck, die Füße wollen nicht (mehr) so schnell oder man ist mit Kleinkind und/oder Kinderwagen unterwegs. Kaum hat man etwa die Hälfte der Straße erfolgreich bewältigt, schiebt sich lauernd der nach links abbiegende Verkehr heran, rückt näher. Einige Fußgänger fühlen sich dann vielleicht genötigt, schneller zu laufen, gar zu rennen, so sie können. „Abenteuer Straße“ heil überstanden, aber gegen die unbesiegbare Automacht verloren, lautet der gefühlte Punktestand.

Wir haben Anwohner und Menschen, die in Tiergarten-Süd arbeiten, gefragt: „Wie altersfreundlich ist der Kiez eigentlich?“. Neben dem Wunsch nach mehr Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf ist die Verkehrssituation als Thema Dauerbrenner. Das Quartier hat rund 8.600 Einwohner. Knapp 1.800 davon sind über 55 bzw. 65 Jahre, etwa 500 unter sechs Jahre alt. Das heißt, mindestens ein Viertel der Menschen im Quartier ist „etwas langsamer unterwegs“. Und die Tendenz steigt. Anke Dornieden von der Pro Seniore Residenz am Magdeburger Platz führt an: „Die meisten verdrängen, dass die Gesellschaft stetig altert, zukünftig gibt es mehr alte als junge Menschen. Wobei die Frage, ob die steigenden Mieten in der Innenstadt noch mit einer Rente bezahlbar sind, im Raum steht“.

Generell werden die Ampelphasen auf der Potsdamer Straße als zu kurz empfunden. An der Kreuzung Potsdamer/-Kurfürstenstraße hat man 10 Sekunden Zeit, um rund 35 Schritte zurück zu legen, dann schaltet die Fußgängerampel auf Rot. Die Zeit für die Autoschlange beträgt dafür zwei Minuten. Anwohner Frank Althaus: „Die Ampeln sind alle sehr kurz geschaltet. mit meiner Gehbehinderung komme ich gerade mal bis zur Straßenmitte, dann kommen die Autos schon an.“ Zu kurz für Althaus, aber nicht nur für ihn. Es gibt im Quartier viele Kindergärten, Eltern mit Kleinkindern sind genauso betroffen. Ein Vater: „Die Autofahrerampel müsste eine Verzögerungsstrecke haben, damit mehr Zeit ist.“ Somit müsste auch nicht in die gesamte Ampelschaltung auf der Potsdamer Straße eingegriffen werden. Auch der fehlende behindertengerechte Fahrstuhl am U-Bahnhof Kurfürstenstraße ist nach wie vor ein Problem. Die Bauplanung der Berliner Verkehrsbetriebe sieht hier bislang nichts vor. Muss man sich das gefallen lassen? Gülli Kuzu von der Kamil Tagespflegeeinrichtung in der Potsdamer Straße 53 sagt dazu: „Viele alte Menschen sind mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Ihre Fähigkeiten sind eingeschränkt. Sie akzeptieren alles, ohne Wenn und Aber. Straße ist Stadt und Stadt ist heilig. Wer bin ich, das zu beurteilen? Sie wissen einfach nicht, dass man sich wehren kann.“

Text & Foto: Kerstin Heinze