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Wie kann die Kurfürstenstraße aufgewertet werden?


Brachliegende Grundstücke, Bretterzäune, Parkplätze – das Bild der Kurfürstenstraße wird nicht unwesentlich von den Einzäunungen toter Stadträume bestimmt. Der Stadtteilbeirat hat sich auf einer Sondersitzung mit der Frage beschäftigt, was zur Aufwertung der Kurfürstenstraße getan werden kann, Kerstin Müller vom Quartiersmanagement Magdeburger Platz hat im Vorfeld dazu eine Befragung von Experten und Betroffenen durchgeführt. Im Vordergrund jedoch stehen für die meisten Anwohner und Gewerbetreibenden nicht die ungenutzte Grundstücke, sondern ein anderes Thema, nämlich die Prostitution, der Straßenstrich.

Von Anwohnern wurde sowohl die Forderung geäußert, den Strich an den Stadtrand zu verlagern, als auch die Meinung, es sei "cool oder spannend, mitten in der Szene zu leben". Bei den Gewerbetreibenden war vor allem Gelassenheit herauszuhören. Die Prostitution wird zwar als störend empfunden, aber geduldet. Unabhängig davon, wie sehr sich jemand von der Situation geballter Prostitution in einer Straße berührt oder bedroht sieht, ist doch den meisten klar, dass es in einer Großstadt mit diesem Phänomen keinen unproblematischen Umgang geben kann.
Bei allen Überlegungen, die darauf hinaus laufen, die Prostitution in abgesperrte Gebiete zu verlagern, darf nicht vergessen werden, dass Frauen und Mädchen, die der Straßenprostitution nachgehen, ohnehin schon ein großes Sicherheitsrisiko eingehen und eines Schutzes vor Gewaltanwendung durch Freier und Krankheiten bedürfen. In einem Mindestmaß an Schutz können sie allenfalls in den belebten Innenstadtkiezen agieren.

Doch verdeckt die Konzentration auf das Thema Straßenstrich die städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten der Kurfürstenstraße. Da gibt es beispielsweise an der Ecke zur Else-Lasker-Schüler-Straße ein großes Grundstück, das für den Bau der Polnischen Botschaft reserviert ist. Doch wann mit dem Bau begonnen wird, ist noch nicht absehbar. Der Bretterzaun ist sowohl aus polizeilicher als auch aus städtebaulicher Sicht nicht zufrieden stellend. Er verhindert jede Einsicht auf das Grundstück, das sich so als potentieller Ort für Kriminalität geradezu anbietet. Als Übergangslösung sollte die Fläche einsehbar werden.

Auch an der Ecke zur Kielganstraße liegt Brachland, hier möchte die Republik Litauen bauen, und auch hier ist nicht abzusehen, wann. Würden beide Grundstücke urban genutzt, hätte die Straße ein völlig anderes Gesicht. Und der Parkplatz von Möbel Hübner? Auch der trägt nicht gerade zur Belebung der Straße bei. Eine der auf dem Stadtteilbeirat diskutierten Ideen für kleinteilige Maßnahmen war die Begrünung des Parkplatzes durch Bäume, entscheidend für die Kurfürstenstraße wird aber der Umgang mit den großen Flächen sein. Eine deutliche Verbesserung verspricht sich das Quartiersmanagement von der angestrebten Anlage eines Weges zwischen Kurfürsten- und Kluckstraße. Ein solcher Weg würde auch eine neue Sichtachse öffnen.