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Zeugen der Stadtentwicklung


Die Genthiner Straße ist heute vor allem als Adresse großer Möbelhäuser bekannt. Wie dem gesamten Quartier sieht man auch ihr kaum noch an, dass in dieser einst vornehmen Wohngegend um 1900 wohlhabende Bürger, kleinere und mittlere Unternehmen, Verleger und Künstler lebten.
Sowohl in der Lützow- als auch in der Derfflingerstraße sind noch einige Stadtvillen zu sehen. Nicht auf den ersten Blick zu sehen sind sie in der Genthiner Straße. Doch hinter den Fassaden der Möbelhäuser (Hausnummer 30) liegen noch sechs von ehemals zehn Stadtvillen in einer kurzen Privatstraße versteckt.
 
Gebaut hat sie in den Jahren 1872/73 der Hofbaurat des Herzogs von Oldenburg, Ernst Klingenberg. Sie stehen, wie viele steinerne Zeugen der Stadtentwicklung, unter Denkmalschutz.

Das Landesdenkmalamt Berlin hat jetzt eine Denkmaltopographie auch für die Ortsteile Moabit, Hansaviertel und Tiergarten herausgegeben. Auf 90 Seiten wird die Geschichte und die Entwicklung zur Stadt erzählt, reich bebildert, wie auch die Denkmalliste auf weiteren 230 Seiten.

Ein großartiges Nachschlagewerk, wer darin blättert, nachliest und Bilder anschaut, sieht vielleicht nicht die Welt mit anderen Augen, aber Moabit, Hansaviertel und Tiergarten schon.

Denkmale in Berlin – Ortsteile Moabit, Hansaviertel und Tiergarten
Hrsg.: Landesdenkmalamt Berlin
Michael Imhof Verlag, Petersberg, 2005 – 358 S., 369 Abb., 34,80 Euro


text/foto: BuM (QB 27)