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bis Ende September 2006: Projektausschreibung "Kunst und Kultur in der Kurfürstenstraße"

Projektausschreibung

Kultur als strategisches Element der Standortentwicklung / lokale Ökonomie


Kunst- und Kulturprojekte in der Kurfürstenstraße



Problemlage/Ziele/ Quartiersbezug:

Die Kurfürstenstraße als Ort der Drogenprostitution prägt des Negativimage des Stadtteils. Die desolate städtebauliche Situation (Überlagerung verschiedener Stadtstrukturen, z.B. autogerechte Stadt / funktionaler Städtebau, Nachkriegsstrukturen, Brachen, unter- und fehlgenutzte Flächen) schafft Stadträume für Drogenhandel, Kriminalität und Straßenprostitution. Die städtebauliche Lage beeinträchtigt die öffentliche Sicherheit. Die Negativstrukturen bestärken sich gegenseitig: die Brachflächen fördern die Drogenprostitution und diese belastet die Entwicklung der Grundstücke. Die Randlage der Kurfürstenstraße aus Sicht der hier angrenzenden Bezirke Mitte und Schöneberg-Tempelhof führt auch zu einer handlungsschwachen Lage, die die Situation so belässt wie sie ist.
 
Um aus dieser Stagnation heraus zu kommen, hat das QM ein Entwicklungsforum Kurfürstenstraße gegründet, dass neben den beiden Bezirken, den beiden QMs, den Präventionsbeauftragten der Polizei, dem Drogenbeauftragten des Bezirks Tempelhof-Schönberg und der TFH verschiedene interessierte Bürger umfaßt.

2005 wurde im Rahmen des "Forums Kurfürstenstraße" zusammen mit der TFH-Berlin ein studentischer Wettbewerb mit 200 Studenten durchgeführt. Die Entwürfe zeigen vielfältige Möglichkeiten zur Entwicklung der Kurfürstenstraße auf.

Der Arbeitskreis "Forum Kurfürstenstraße" hat sich in seiner weiteren Arbeit auf folgende Strategie verständigt: Neben der Umsetzung von Baumaßnahmen im öffentlichen Raum (Fußgängerüberweg im Kontext U-Bahnausgang-West, Neugestaltung des Kirchvorplatzes, Blockdurchwegung Pohl-/Kurfürstenstraße) die Entwicklung von inwertsetzenden Zwischennutzungen auf den Brachen. Die Zwischennutzungen sollen dem Bild einer urbanen Verbindung zwischen dem Elefantentor und dem Kulturforum entsprechend als Kunst- und Kulturprojekte entwickelt werden.

In Kooperation mit Grundstückseigentümern und Verwaltungen, Gewerbetreibenden, dem Marketing-Club und der IG-Potsdamer Straße sollen die Brachflächen als temporärer Kunstraum gestaltet werden. Soweit diese Flächen nicht zur Verfügung stehen, ist auch der öffentliche Raum in die Aktionen einzubeziehen.
 

Leistungsbeschreibung

Die zu erbringenden Leistungen sind nicht abschließend zu beschreiben und umfassen zum erheblichen Teil geistig-schöpferische Tätigkeiten.

Vom Bewerber werden folgende Leistungspositionen erwartet.

1 Erarbeitung eines Projektkonzepts (Programm) und Abstimmung mit den Quartiersmanagements Magdeburger Platz und Schöneberg Nord sowie den betroffenen Bezirken Mitte und Tempelhof-Schöneberg sowie den zuständigen Senatsverwaltungen.

2 Umsetzung des Konzepts in Kooperation mit den Partnern im Gebiet und den ausgewählten Künstlern.

3 Entwicklung und Umsetzung eines geeigneten Konzeptes der Öffentlichkeitsarbeit z.B. mit Web-Site, Programmbroschüre, Einspeisung des Programms in Tagespresse, Ausstellungsprogramme, Veranstaltungsprogramme, Terminkalender, Fernsehen, Hörfunk etc.

4 Beantragung öffentlicher Genehmigungen insbesondere für Veranstaltungsteile im öffentlichen Raum und Anmeldung und Abrechnung der Veranstaltungen bei der GEMA (soweit erforderlich).

5 Koordination der teilnehmenden KünstlerInnen / Institutionen und der KooperationspartnerInnen während der Projektlaufzeit.

6 Anfertigung eines Pressespiegels und eines aussagekräftigen Schlussberichts, mit Kurzdarstellung der wesentlichen Programmpunkte, der beteiligten Akteure und Veranstaltungsorte sowie einem kritischen Veranstaltungsfazit (Bestandteil der Schlussabrechnung gegenüber der Investitionsbank Berlin).

7 Abrechnung der Projektmittel gegenüber dem Land Berlin. Das erforderliche Finanzcontrolling umfasst neben der Honorarvergütung des Fördermittelnehmers das Honorar für grafische Leistungen, die Dokumentation von Eigenmitteln aus Sponsoring, Werbeanzeigen und geldwerten Sachleistungen, die Aufwandsentschädigungen bzw. Materialkostenerstattungen der beteiligten Künstler und sonstiger Sachkosten.

Es obliegt dem Bewerber, den notwendigen Personaleinsatz zu kalkulieren. Die Kalkulation deckt anteilige Gemeinkosten für z.B. Sekretariat, Buchhaltung, Büroreinigung und sonstige Bürokosten ab. Eventuelle Sekretariatsarbeiten bzw. die Buchhaltung sollen nicht als eigene Stellenanteile dargestellt werden. Diese sind im Unternehmensstundensatz enthalten. Es sollen nur die Personen und deren Stundenanteile genannt werden, die die Tätigkeiten der Leistungsbeschreibung erfüllen.


Anforderungen

Nachweis entsprechender Qualifikationen bei der Durchführung analoger Projekte (Kunst- und Kulturmanagement, Öffentlichkeitsarbeit).
Erfolgreiche Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen im Land Berlin.
Flexibilität, Phantasie und gediegenes Handwerk bei der Bewältigung der gestellten Aufgabe (Restriktionen).
Erfahrung beim Einwerben zusätzlicher öffentlicher und privater Finanzierungsquellen (beabsichtigt ist die Kooperation mit dem Quartiersmanagement in Tempelhof-Schöneberg).
Kooperationsbeziehungen zu Künstlern, Kunsthochschulen / Kunststudenten.
Auseinandersetzung mit der Geschichte der Kurfürstenstraße als eine Dimension der Aufgabenstellung.
Erfahrungen im Umgang mit öffentlichen Projektfördermitteln - insbesondere aus dem Programm "Soziale Stadt" - sind ausdrücklich erwünscht.

Für den Nachweis der Eignung sind einschlägige und aussagekräftige Tätigkeitsnachweise, Projektdokumentationen, Hinweise auf Kooperationspartner und Veröffentlichungen in Print- und elektronischen Medien (auch Websites) einzureichen, aus denen Fachkunde, Leistungsfähigkeit, Erfahrung und Zuverlässigkeit beurteilt werden können.

Für die Auftragserteilung sind folgende Beurteilungskriterien von besonderer Relevanz:
Nachweis der erfolgreichen Durchführung vergleichbarer Veranstaltungen
Sonstige fachliche Qualifikation
Wirtschaftlichkeit des Angebotes:
Kalkulierter Stundenaufwand und hierfür angesetzte Honorarvergütung
Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit (Grafikleistungen, Druckkosten, Verteilung von Werbematerial etc.).


Arbeitsgemeinschaften

Die Bewerbung von Arbeitsgemeinschaften mit komplementären Kompetenzen ist erwünscht


Finanzen

Für 2006 stehen 9.000,- und für 2007 stehen 15.000,- zur Verfügung.
Der Durchführende wird Fördermittelnehmer des Landes Berlin im Rahmen des Programms Soziale Stadt.


Hinweise zur Abgabe der Bewerbungen

Die Bewerbungen müssen bis zum 28.09.2006, 12:00 Uhr beim Stadtteilverein Tiergarten e.V., Pohlstraße 91 in 10785 Berlin eingegangen sein. Die Bewerber sind zur Öffnung der Angebote nicht zugelassen.
 
Bei dem Verfahren handelt es sich nicht um ein Interessenbekundungsverfahren gem. § 7 LHO oder eine Ausschreibung im Sinne des § 44 LHO. Rechtliche Forderungen oder Ansprüche auf Ausführung der Maßnahme oder finanzielle Mittel seitens der Bewerber bestehen mit der Teilnahme am Auswahlverfahren nicht. Die Teilnahme ist unverbindlich, Kosten werden den Bewerbern im Rahmen des Verfahrens nicht erstattet.

Auskünfte über die auszuführenden Arbeiten und die Bewerbungsvoraussetzungen erteilt: Helmut Knieper, Quartiersmanagement Magdeburger Platz, Pohlstraße 91, 10785 Berlin. Tel. 230 05 023.

Der Bieter erklärt mit der Angebotsabgabe, dass er das Projekt in Kenntnis und auf Grundlage der maßgeblichen Unterlagen kalkuliert hat.
Die Bieter haben die für die Bearbeitung dieses Auftrages vorgesehenen Personen mit Namen, voraussichtlicher Funktion und Qualifikation zu benennen.

 

text: Ausschreibung; grafik: QM